17,4 Prozent weniger Erstsemester

„Das überrascht mich gar nicht“ - Studierendenzahlen an der Uni Siegen gehen zurück

+
Die Erstsemester starten in diesen Tagen in Siegen in ihren neuen Alltag.

Siegen - Die Universität Siegen hat Anfang Oktober wieder viele Erstsemester begrüßt - allerdings weniger als in den letzten Jahren. Jetzt wurden die aktuellen Studierendenzahlen präsentiert und die Gründe für diese Entwicklung erläutert.

Die Gesamtzahl der Studierenden ist von 19.376 auf 18.591 (Stand 7. Oktober) und damit im Vergleich zum Vorjahr um 4,1 Prozent gesunken. Die Zahl der Erstsemsester sank von 2446 auf jetzt 2020 Studierende Damit haben 17,4 Prozent weniger im Wintersemester ihr Studium an der Universität Siegen begonnen, als noch im Jahr zuvor.

„Das überrascht mich gar nicht“ erklärte Prof. Dr. Holger Burckhart, Rektor der Universität Siegen. Im vergangenen Jahr habe man beispielsweise eine Überkapazität im Studiengang Soziale Arbeit gehabt und in diesem Jahr die Studienangebote strikt begrenzt.

16.000 Studierende bis 2025

In den letzten Jahren sei die Universität Siegen aufgrund der doppelten Jahrgänge immer etwa 30 Prozent über seinen Kapazitäten ausgelastet gewesen. Diese würden sich aber jetzt einpendeln, erklärte Burckhart. Außerdem mache sich der demografische Wandel in der Region bemerkbar, denn schließlich würden fast 70 Prozent der Studierenden der Universität Siegen aus einem Umkreis von 50 Kilometern kommen. Zudem würde der große Anteil an Auszubildenden im Kreis zum Rückgang beitragen. „Die werden hier gepusht und das finden wir gut“, sagte Burckhart.

Burckhart rechnet zudem damit, dass sich die Zahlen bis 2025 auf etwa 16.000 Studierende einpendeln werde. „Das ist eine gesunde Zahl“, so Burckhart. Die Universität habe 30 Jahre lang schließlich auch nur 10.000 Studierende gehabt.

Rektor Prof. Dr. Holger Burckhart und Prof. Dr. Alexandra Nonnenmacher können 2020 neue Studierende  an der Universität Siegen im Wintersemester 2019/2020 begrüßen.

Besonders nachgefragt sind im neuen Semester die Bachelor-Studiengänge Psychologie, Soziale Arbeit, BWL und das Lehramt für Grundschulen. Mit insgesamt 297 Erstsemestern belegt dabei der Bachelor Soziale Arbeit die Spitzenposition. Mit 238 Studierenden ist dieser Studiengang auch der beliebteste bei den weiblichen Erstsemstern. Bei den Männer hingegen ist mit 130 Studienanfängern nach wie vor der Bachelor Betriebswirtschaftslehre die Nummer eins.

Neuer Studiengang gestartet

Philipp Schmidt, Leiter Referat Studierendenservice, ergänzt, dass alle Lehramtsstudiengängen zusammengezählt mit 1.000 Studierenden allerdings die stärkste Position unter den Erstsemestern stellen würde. Auch der Ansturm auf den Bachelor-Studiengang Psychologie sei riesig gewesen. Insgesamt 2.200 Bewerbungen seien eingegangen, wobei lediglich 51 ihr Studium in Siegen starten konnten.

Im Wintersemester startet auch erstmals der Bachelor-Studiengang „Digital Biomedical and Health Sciences“ an der Lebenswissenschaftlichen Fakultät, der bereits gut nachgefragt ist. Insgesamt 86 Erstsemester haben sich für diesen dieses Studium entschieden. „Das Siegener Studienprogramm für Gesundheitsberufe der Zukunft ist in Deutschland bisher einzigartig und vermittelt bereits Wissen aus den Bereichen Medizin, Naturwissenschaften, Informatik sowie Sozial und Gesundheitswissenschaften“, heißt es in einer Presseinfo der Universität.

Baumaßnahmen vor Abschluss

Die Modernisierung des Campus Adolf-Reichwein-Straße befinde sich zudem auf der Zielgeraden. So können die Büro- und Seminarräume in den Gebäudeteilen AR-H und AR-K voraussichtlich Ende November fertiggestellt werden. Die Universitätsbibliothek soll Ende Dezember und die Mensa Ende Februar folgen. Die modernisierte Bibliothek soll zum Sommersemester 2020 wieder nutzbar sein.

In der Straße Obergraben hat die Universität zudem einen neuen Standort hinzugewonnen. Das ehemaligen Bekleidungshaus Sauer ist modernisiert worden. Hier stehen unter anderem drei Seminarräume zur Verfügung, die zu einem großen Veranstaltungsraum zusammengelegt werden können.

Schutz vor Regen soll ab Sommer 2020 zudem ein 20 Meter langer Fahrgastunterstand an der Haupt-Bushaltestelle Adolf-Reichwein-Straße sorgen. Die ÖPNV-Situation sei aus Sicht des AStA für die Studierenden nach wie vor mit vielen Problemen verbunden, weswegen dieser appelliere, dass er wieder zurück in die Hände der Stadt gehe, berichtete Burckhart. Zum Wintersemester seien aber Fahrplanangebot und Streckenführung der UX-Linien angepasst worden, um die Universitätsstandorte besser zu verbinden.

Auch die Wohnsituation für viele Studierenden bleibt angespannt. Nach wie vor gebe es große Probleme Wohnraum zur Verfügung zu stellen, berichtet Detlef Rujanski, Geschäftsführer des Studierendenwerks. Alle 943 Wohnheimplätze des Studierendenwerks seien belegt. Ein Notquartier zum Semesterstart ist eingerichtet.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare