Mehr als "nur" Kaffee und Tee: Uni Siegen ist jetzt „Fairtrade-University“

Heinz Fuchs (re., ehemaliger Vorstands- und AufsichtsratsvorsitzenderTransFair e.V.) überreichte die Urkunde im Beisein von Bürgermeister Steffen Mues an die Mitglieder der Steuerungsgruppe. Foto: Tina Falkenhain

Siegen. 140.000 Tassen Kaffee gehen pro Jahr über die Theken der Gastronomie-Betriebe der Universität Siegen. Aber es ist nicht irgendein x-beliebiger Kaffee, der dort ausgegeben wird: Es handelt sich dabei ausschließlich um fair gehandelte Produkte. Seit einigen Jahren hat sich die Uni das Thema Nachhaltigkeit auf die Fahnen geschrieben. Jetzt wurde die Hochschule für ihr Engagement von TransFair e.V. als „Fairtrade-University“ ausgezeichnet.

Die Auszeichnung bekommt man aber nicht einfach, indem man „mal ein paar Tassen“ fair gehandelten Kaffee oder Tee verkauft – es gehört viel mehr dazu: „Die Auszeichnung ist eine Bestätigung dafür, dass wir weiterhin aktiv und nachhaltig den fairen Handel fördern“, so Prof. Dr. Hanna Schramm-Klein, Prorektorin für Kooperationen, Internationales und Marketing der Uni Siegen. Ziel sei es, dadurch die Lebens und Arbeitsbedingungen in Entwicklungsländern zu verbessern.

„Wir haben es endlich geschafft“, freute sich auch Sarah Wessel, Referentin des AStA (stellv. für die Vorsitzende Vera Fengler), bei der Feierstunde zur Auszeichnung und erklärte, dass es ein langer Weg war bis zur Auszeichnung war. Vor allem fünf Kriterien musste die Uni Siegen als Voraussetzung für den Titel nachweislich erfüllen. Zunächst einmal habe es dafür einen Hochschulbeschluss gebraucht und es wurde eine sogenannte Steuerungsgruppe gegründet. Sie setzt sich zusammen aus Studierenden, Vertretern der Hochschulverwaltung und der Gastronomie. Ihr gehören unter anderem Vera Fengler (AStA), Dr. Iris Körver (Dezernentin für Hochschulplanung) und Elmar Köninger (Leiter der Hochschulgastronomie) an.

Zudem müssen verschiedene Produkte aus fairem Handel bei Sitzungen und offiziellen Veranstaltungen angeboten werden. Nicht zuletzt werden auch faire Produkte in Geschäften und Gastronomie-Betrieben der Uni verkauft – auch die Snack- und Getränkeautomaten sind bereits damit ausgestattet. „Das zeigt, dass die Bewerbung schon viel bewirkt hat“, so Sarah Wessel. Auch zahlreiche Veranstaltungen, wie Theaterstücke, Aktionstage, Ringvorlesungen, Filmvorführungen oder eine Foto-Ausstellung hat die Steuerungsgruppe in den vergangenen Jahren organisiert. Der AStA-Shop verkauft außerdem Produkte aus dem Siegener Weltladen.

„Wir wollen als Universität ein gutes Vorbild abgeben“, so Schramm-Klein. Es gehe darum, in der Öffentlichkeit ein Bewusstsein für den fairen Handel zu schaffen. „Wir sind gefordert, uns mit solchen Themen auseinanderzusetzen.“

Die Uni sei genau der richtige Ort dafür, findet auch Steffen Mues, Bürgermeister der Stadt Siegen: „20.000 Studenten, die mit diesem Thema nach außen gehen – damit ist die Uni ein guter Multiplikator.“ Er weiß, wovon er spricht: Die Stadt Siegen wurde bereits 2015 als Fairtrade-Town ausgezeichnet. Nun habe man mit dem Peter-Paul-Rubens-Gymnasium und er Uni zwei starke Partner – er lud die Uni deshalb zu einer engen Zusammenarbeit in Sachen Fairtrade ein.

Überreicht wurde die Auszeichnung von Heinz Fuchs, ehemaliger Vorstands- und AufsichtsratsvorsitzenderTransFair e.V.. „Wer Fairtrade betreibt, beginnt eine Form des Denkens.“ Er könne nur bestätigen, dass die Universität alle Kriterien einer Fairtrade-University erfülle – teilweise auch über das geforderte Maß hinaus. „Sie haben hier in Siegen den fairen Handel zu einem Teil der Universität gemacht.“ Die Auszeichnung sei eine Anerkennung für das Engagement der Universität, aber auch eine Motivation für künftige Projekte. Er verwies dabei auf die Möglichkeit, den fairen Handel zukünftig mehr mit in Forschung und Lehre einzubinden.

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