Ihr Motto: "Anpacken - Mit Herz und Verstand“

Verena Schmidt-Völlmecke aus Trupbach kandidiert für den Bayerischen Landtag

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Die Trupbacherin Verena Schmidt-Völlmecke kandidiert für den Bayerischen Landtag. Die Wahlen finden am 14. Oktober statt.

Trupbach/Miesbach. In drei Wochen sind Landtagswahlen in Bayern. Die CSU, die 2013 fast 48 Prozent erreichte und allein regieren konnte, liegt in den derzeitigen Umfragen bei „nur“ noch 35 Prozent. Schlecht für die CSU, gut für Verena Schmidt-Völlmecke. Die 39-Jährige tritt im Stimmkreis Miesbach für die Sozialdemokraten an. Das Besondere: Sie ist Siegenerin, genauer gesagt Trupbacherin.

Verena Schmidt-Völlmecke ist in Trupbach aufgewachsen, hat am Rosterberg Abitur gemacht. Nach dem Studium an der Kölner Sporthochschule hat sie die Skihalle in Bottrop mit aufgebaut und später die Marketingabteilung geleitet. Seit 2010 arbeitet sie im NRW-Landtag für den Landtagsabgeordneten und medienpolitischen Sprecher der SPD Fraktion, Alexander Vogt. Parlamentarische Arbeit und der Landtagsalltag sind ihr also bestens vertraut.

Der Liebe wegen ist sie vor zwei Jahren nach Bayern gezogen, lebt dort mit ihrem Mann Malte, ihren zwei Kindern Lilly (12) und Henry (8) und der Hündin Emma. Die politische Arbeit möchte sie nun auch hier an ihrer neuen Heimat fortführen. „Natürlich gehört unglaublich viel Mut dazu, als junge SPD-Frau gegen die CSU und in meinem Wahlkreis direkt gegen Ilse Aigner anzutreten, aber ich möchte die Menschen überzeugen, dass eine Zusammenarbeit mit den Sozialdemokraten Sinn macht“, sagt Schmidt-Völlmecke, die als jüngste SPD-Kandidatin in Oberbayern in den Wahlkampf gezogen ist. Ihre Motivation zieht sie aus ihrer Lebenswirklichkeit. Sie weiß, was Familien umtreibt und wo es hakt. Und: Sie will etwas ändern.

Beispiele: Zu lange hat es gedauert, bis ihre Familie eine geeignete Wohnung gefunden hat. In der Grundschule ihres Sohnes fehlen digitale Medien, der ÖPNV ist schlecht ausgebaut „und von den schlechten Händynetzen will ich ja gar nicht reden“.

„Die Menschen, die hier leben, haben es verdient, dass sich eine buntere Regierung für sie einsetzt. Ich bin eine von denen, die aus der Mitte der Gesellschaft kommt, jetzt hier lebt und die Probleme sieht“, sagt die Trupbacherin. Die CSU habe einfach auf viele Probleme keine Antworten gefunden.

Verena Völlmecke-Schmidt glaubt, dass ihr das Siegerland und ihre Heimat etwas Grundlegendes mitgegeben haben, das sie nun gut gebrauchen kann: „Ich bin eine Siegerländerin. Wenn es was zu tun gibt, packt man eben mit an. So bin ich groß geworden. Ich habe es nicht anders gelernt“.

Ihr Lebens- und Wahlmotto lautet deshalb: „Anpacken – mit Herz und Verstand“. „Ich beschäftige mich gerne mit Politik und versuche, diese Aufgabe in meinen Alltag zu integrieren. Mir ist es wichtig, auch etwas aktiv zu machen und nicht nur zu meckern. Mitgestalten im Kleinen vor Ort in meiner Gemeinde, im Ortsverein und auch im ganzen Landkreis. Themen, die angepackt werden müssen, gibt es genug, da reicht es im Alltag die Augen offen zu halten oder mit den Menschen zu sprechen. Ob die Ausstattung der Schule mit Computern mangelhaft ist, Radwege fehlen, kein vernünftiger Internetanschluss im Ortsteil existiert oder Wohnungen unbezahlbar geworden sind: Nur wenn wir gemeinsam aus unserem Alltag heraus an Lösungen arbeiten, können wir was verbessern“, ist Schmidt-Völlmecke sicher.

Natürlich hat auch für die 39-Jährige der Tag aber nur 24 Stunden. „Das ist manchmal ein echtes Problem. Es gibt so viel zu tun. Wer Kinder hat, weiß genau, was ich meine. Wer dazu noch einen spannenden Job, Hobbys und Freunde unter einen Hut bekommen will, braucht einen guten Plan“. Ob Verena Schmidt-Völlmecke es mit diesem ganz eigenen Plan tatsächlich schafft, in den Bayerischen Landtag einzuziehen, zeigt sich am 14. Oktober.

Bis dahin macht sie weiterhin fleißig Wahlkampf – vor allem auch auf den Social Media-Kanälen. Und nebenbei hat sie ja auch noch eine Familie. Und ein Wohnung, die derzeit renoviert wird. Und wer die junge Trupbacherin kennt, weiß, dass sie sich niemals in ein gemachtes Nest setzen würde. „Heute muss ich auf die Baustelle. Der Estrich kommt und da helfe ich mit“. So, wie sie es gelernt hat.

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