Heute startet der Verkauf von Silvesterknallern: Das sollten Verbraucher beachten

Was denken Sie? Sollte Feuerwerk in den Städten verboten werden?

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Stimmungsvolles Feuerwerk gehört zu Silvester dazu. Doch sollten Verbraucher einiges beim Abbrennen der Raketen beachten. 

Siegerland. Feuerwerk an Silvester: Ein immer schärfer diskutiertes Thema. Verraten Sie uns Ihre Meinung in unserer Umfrage! Außerdem: Tipps für ein sicheres Silvester.

Eine Mehrheit der Bundesbürger wünscht sich einer Umfrage zufolge Feuerwerksverbote in deutschen Innenstädten. Fast 60 Prozent von mehr als 5000 Befragten sprachen sich für einen solchen Böller-Bann aus. Doch wie sieht das bei uns in Siegen-Wittgenstein aus? Wir wollen Eure Meinung wissen: 

Damit Silvester mit Feuerwerk gelingt, gibt es hier einige Tipps und Ratschläge:

Leuchtenden Raketen und Böller mit besonderen Knalleffekten – kurz vor Silvester schlägt das Herz von so manchem Feuerwerks-Fan höher. Pünktlich vor dem Jahreswechsel geben örtliche Experten nun Tipps, was es rund um das Abbrennen von Feuerwerkskörpern zu beachten gilt.

In diesem Jahr ist der Verkauf von Knallern & Co. offiziell vom 28. bis 31. Dezember erlaubt. Wer sich fahrlässig verhält oder gegen bestehende Gesetze und Verordnungen verstößt, muss in der Regel für den Schaden haften. „Deshalb ist es ratsam, nur zugelassene Feuerwerkskörper zu zünden und sich beim Silvesterspaß strikt an die Bedienungsanleitung zu halten. Zudem dürfen pyrotechnische Gegenstände nicht in unmittelbarer Nähe von Kirchen, Krankenhäusern sowie Kinder- und Altersheimen abgebrannt werden. Das gilt auch für reetgedeckte und Fachwerk-Häuser“, hat Petra Golly von der Arnsberger Beratungsstelle der Verbraucherzentrale NRW zündende Tipps für Feuerwerk-Fans zum Jahreswechsel.

Auf Prüfnummer und CE-Zeichen achten

Die explosiven Stoffe in Feuerwerkskörpern können bei unsachgemäßer Handhabung nach dem Zünden gefährliche Verletzungen verursachen. Deshalb müssen sie von der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM) oder einer vergleichbaren europäischen Behörde zugelassen werden. Diese Zulassung bedeutet nicht, dass die Feuerwerkskörper ungefährlich sind, sondern dass mit Krachern und Raketen bei sachgerechter Verwendung sicher hantiert werden kann. 

Geprüftes Feuerwerk ist zu erkennen an der Registriernummer, dem CE-Zeichen und an der Kennnummer der Stelle, die beim jeweiligen Hersteller über die Qualitätssicherung wacht. Für Feuerwerkskörper ohne amtliche Prüfnummer gilt: Finger weg. Diese Waren entsprechen meist nicht dem Sicherheitsstandard. Bei diesen Produkten fehlen sowohl Zulassungsnummer als auch Verwendungshinweise in deutscher Sprache. 

Zudem lässt ihre Qualität meist zu wünschen übrig: Fehlzündungen drohen, oder diese Feuerwerkskörper explodieren wegen ihrer oft erheblich höheren Sprengkraft heftiger als erwartet. Wer Knaller ohne Zulassung zündet, verhält sich ordnungswidrig und kann für mögliche Personen- und Sachschäden haftbar gemacht werden, so der Hinweis der Verbraucherzentrale. 

Blindgänger kein zweites Mal zünden 

Klaus Dreisbach von der Bezirksregierung Arnsberg erläutert: „Feuerwerkskörper der Kategorie 2 gehören nicht in die Hände von Kindern, sondern dürfen nur an Personen über 18 Jahre abgegeben werden. Auch das Feuerwerk der Kategorie 1 darf nur an Personen ab 12 Jahren verkauft werden.“ Bei den weit verbreiteten Mehrschussbatterien muss darauf geachtet werden, dass sie sicher aufgestellt werden, also nicht umfallen können: „Einmal angezündet, lassen sie sich nicht mehr stoppen!“ Hinweise zum sicheren Gebrauch findet man in der Gebrauchsanleitung, die immer in deutscher Sprache aufgedruckt sein muss. 

Zum sicheren Umgang mit den Raketen empfiehlt die Verbraucherzentrale: „Zur Sicherheit ist beim Abfackeln ein Eimer Wasser oder einen Feuerlöscher bereitzuhalten. Auf keinen Fall sollte an den Knallern vor dem Abbrennen herumgebastelt werden. Blindgänger dürfen nicht ein zweites Mal gezündet, sondern sollten mit Wasser übergossen und anschließend in der grauen Restmülltonne entsorgt werden. Raketen beim Zünden nie in der Hand halten. Kinder sind unbedingt von Feuerwerkskörpern fernzuhalten.“ Führt unsachgemäßer Umgang mit Krachern und Raketen zu dauerhaften gesundheitlichen Blessuren, zahlt die private Unfallversicherung. Für Verletzungen anderer Personen kommt hingegen die Privathaftpflicht des Böllerfreundes auf. 

Auto am besten in der Garage parken

Für den Jahreswechsel gibt auch der TÜV Nord hilfreiche Tipps: Denn was in der Silvesternacht für ausgelassene Stimmung sorgt, sehen manche als Gefahr fürs Auto an. Doch wie begründet ist die Furcht vor der Pyrotechnik? „Zumindest vor den hierzulande legalen Knallkörpern braucht man keine große Angst zu haben“, weiß Matthias Kramer, Leiter der TÜV-Station Meschede. 

„Einen Totalschaden können Böller und Co. am Wagen in der Regel nicht hinterlassen. Allenfalls kommt es zu Rußrückständen oder Schmauchspuren am Lack, die sich meist ohne Probleme mit Politur 8 wieder beseitigen lassen.“ Wer in Bezug auf herabfallende Raketenreste ganz sicher gehen will, der parkt sein Auto nach Möglichkeit unter einem Baum. „Noch besser sind natürlich Garage oder Carport, falls vorhanden. Besitzer von Cabrios mit empfindlichem Stoffdach, die im Freien parken müssen, sollten eventuell über eine Schutzhülle nachdenken“, sagt der Prüfingenieur. 

Wer in der Silvesternacht mit dem Auto unterwegs ist, muss ganz besonders achtsam am Straßenverkehr teilnehmen. „Zum Jahreswechsel sind viele betrunkene und daher unberechenbare Fußgänger unterwegs. Hier sollte sehr vorausschauend gefahren werden, um Schlimmeres zu vermeiden“, rät Kramer. „Während der Fahrt sollten die Fenster geschlossen bleiben, um vor verirrten Knallkörpern im Innenraum des Wagens sicher zu sein“. Und natürlich gilt auch in der Silvesternacht: Nicht alkoholisiert hinters Steuer setzen. Lieber von vornherein einen Fahrer auslosen, der „trocken“ bleibt, oder Geld fürs Taxi zurücklegen. Schließlich möchte doch niemand mit einem Führerscheinverlust ins neue Jahr starten.

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