Warnstreik für mehr Lohn: Gemeinsamer Demonstrationszug durch Siegen

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Siegen. Rund 250 Bedienstete des öffentlichen Dienstes sind heute morgen vom Kreishaus in Richtung Siegerlandhalle marschiert und haben für mehr Lohn demonstriert. Aufgerufen zum Warnstreik hatte die Gewerkschaft ver.di. 

Für die erste und auch für die zweite Verhandlungsrunde der Tarif- und Besoldungsrunde des Bundes und der Kommunen gilt: keine Argumente, keine Bewegung – und wieder kein Angebot! Jetzt wollten die Beschäftigten der Bundesdienststellen und der Kommunen ein Signal setzen und deutlich machen, dass sie für die Durchsetzung ihrer Forderungen bereit sind, auch Arbeitskampfmaßnahmen durchzuführen.

Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft ver.di in der Region Siegen-Wittgenstein/Olpe hat deshalb die Beschäftigten des Bundes und der Kommunen in den Stadt-, Gemeinde- und Kreisverwaltungen, den Entsorgungsbetrieben, den Stadtwerken sowie Teile des Landesbetrieb Straßen NRW und Beschäftigte in weiteren Bundesdienststellen zum Warnstreik aufgerufen.  

Die Streikenden trafen sich heute Morgen zum gemeinsamen Demonstrationszug am Siegener Hauptbahnhof. Von dort aus zogen die Streikenden zum Vorplatz des Kreises Siegen-Wittgenstein, wo die Haupt-Kundgebung um 9 Uhr stattfand. Anschließend ging es weiter zum Streiklokal in die Siegerlandhalle. ver.di will deutliche Lohnerhöhungen durchsetzen – vor allem aber eine Anhebung der unteren und mittleren Einkommen. Die Arbeitgeber waren bisher nicht bereit, die Höhe oder die Struktur der Forderung zu akzeptieren. Vor allen Dingen den geforderten Mindestbetrag lehnen Sie als falsch ab. Betroffen sind im Bereich Siegen-Wittgenstein/Olpe rund 6000 Beschäftigte. Hinzu kommen die indirekt betroffenen Beamtinnen und Beamten der Kommunen.

 „Das, was die Arbeitgeberseite mit ihrer Verweigerungshaltung veranstaltet, ist strukturschädlich und nicht die Forderung von ver.di“, sagte Michael Schnippering, Gewerkschaftssekretär der Region Siegen-Wittgenstein/Olpe im ver.di-Bezirk Südwestfalen. "Die Steuereinnahmen sprudeln und sie werden nach Schätzungen gegenüber dem Vorjahr noch einmal steigen. Die Beschäftigten haben ein Recht, am wirtschaftlichen Wachstum teilzuhaben!“, so Schnippering. 

Ingo Degenhardt überbrachte in seiner Rede die solidarischen Grüße des DGB und machte den Streikenden Mut: „Ärmel hochkrempeln, auf die Straße gehen und deutlich machen, dass die Beschäftigten des öffentlichen Dienstes auch ihren Anteil am wirtschaftlichen Erfolg in diesem Land verdient haben.“ 

„Immer mehr kommt es zu Übergriffen, verbal oder auch körperlich nicht nur gegenüber dem Pflegepersonal. Die Ansprüche durch Arbeitgeber und Patienten steigen, die Anzahl von Personal aber nicht.“ Die Kollegin Sonja Lorenz-Görk ging in ihrem Beitrag sehr exakt auf die Arbeitssituation von Beschäftigten im Klinikbetrieb ein. Durchsetzen wollen die Mitglieder der Gewerkschaft ver.di ebenso die Anhebung des Nachtarbeitsund Samstagszuschlags in Krankenhäusern auf 20 Prozent. Der Warnstreik war auf einen Tag befristet. „Die Arbeitgeber haben es jetzt in der Hand, ob alles wieder reibungslos läuft oder nicht. Wenn kein verhandlungsfähiges Angebot auf den Tisch kommt, können wir noch eine Schüppe drauflegen“, kündigte Geschäftsführer Jürgen Weiskirch an. 

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