Wertstoffdepots „vermüllen“: Illegales Abladen von Abfall ist ein zunehmendes Problem im Siegener Stadtgebiet

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Dieses Bild - wie hier in der Stahlwerkstraße unter der HTS - ist keine Seltenheit mehr in Siegen. An immer mehr Wertstoffdepots wird illegal Müll abgeladen.

Siegen. Vielen Bürgern stinkt’s – im wahrsten Sinne des Wortes. Denn: Die Verschmutzung von Wertstoffdepots ist ein zunehmendes Problem im Stadtgebiet. Grund genug für die Stadtverwaltung, in einem Pressegespräch die Fakten auf den Tisch zu legen.

Fakt ist zumindest: In den letzten Jahren nutzen immer immer mehr Menschen die Standorte der Wertstoffdepots, um illegal ihren Müll abzuladen. Ob Möbelstücke, Styropor, Kartonagen, Kleidung oder Elektroteile: der Müll stapelt sich, so dass viele Bürger ihren Unmut sowohl in den sozialen Medien als auch direkt bei der Stadtverwaltung kundtun. Aktuell müssen 200 bis 240 Tonnen pro Jahr illegaler Müll entsorgt werden – mit steigender Tendenz.

Ob Plastik oder Kartons: Alles wird neben den Wertstoffcontainern abgelegt.

Das Verrückte: Je mehr Müll an den Wertstoffcontainern steht, desto mehr scheint es andere Bürger dazu einzuladen, noch mehr dabei zu stellen. Ob Bequemlichkeit oder einfach nur Unkenntnis: „Es ist ein Teufelskreis. Bereits verschmutzte Orte sind nachweislich vermehrt von Vermüllung betroffen“, erklärte der zuständige Beigeordnete Arne Fries, der noch einmal darauf hinwies, dass es in der Stadt Siegen für jede Art von Müll ausreichend Entsorgungsmöglichkeiten gebe.

Die Entsorgungsunternehmen sowie die Stadtreinigung haben derzeit alle Hände voll zu tun, um die Wertstoffdepots sauber zu halten. „Es kommt schon mal vor, dass man rund eine Stunde damit beschäftigt ist, den illegalen Müll wegzuschaffen“, erzählt Jan Gsodam, Juniorchef des Entsorgungsunternehmens Gsodam. Einmal seien es rund 500 Kilogramm gewesen, erzählt er weiter.

Natürlich gibt es auch Wertstoffdepots, die sauber sind. Dazu zählen beispielsweise die Standorte an der Unteren Rolandstraße und die Ecke Stockweg/Känerbergstraße in Weidenau. Aber auch der Standort Marktstraße in Geisweid sehe immer „wie geleckt“ aus. Das komme allerdings auch, so der Leiter der Stadtreinigung, Elmar Diehl, durch die Mithilfe der Bürger zustande. So gebe es in diesen Bereichen so genannte Sauberkeitspaten, die ein Auge auf den Standort hätten. „Die machen sofort Meldung, wenn dort Müll rum liegt, so dass dort schnell Abhilfe geschaffen wird“, so Diehl.

„Wir sind tatsächlich auf die Mithilfe der der Bürger angewiesen“, so Fries. Die Stadtreinigung nehme Hinweise auf Verschmutzungen gerne per Mail (stadtreinigung@siegen.de) entgegen und kümmere sich anschließend um die Entsorgung. „Wer etwas beobachtet, sollte dies sofort anzeigen“, appelliert der Beigeordnet.

Wichtig sei auch, dass ein Umdenken bei den Menschen, die an den Wertstoffdepots Müll ablegen, einsetze. „Es muss klar sein, das der ordnungsgemäße Umgang mit Müll in unserem eigenen ökologischen und ökonomischen Interesse stehen sollte“, appelliert Fries. Denn jeder Abfall, der richtig entsorgt wird, spart Geld. Nicht nur die Stadtverwaltung, sondern auch dem Bürger. „Wenn es so weitergeht, müssen die Gebühren für Müllentsorgung irgendwann erhöht werden“, ist Fries sicher.

In Kürze wird an allen 180 Wertstoffdepots im Stadtgebiet eine Infotafel aufgestellt, die darauf hinweist, dass das Abladen von Müll verboten ist und dass bei Zuwiderhandlung ein Bußgeld von bis zu 10.000 Euro fällig werden kann. Zusätzlich wird per QR-Code über alle Standorte informiert. „Sollten also die Container mal voll sein, können die Bürger sich schnell informieren, wo der nächste steht“, erklärt Fries.

Und noch ein Tipp hat Stafen Höninger, Niederlassungsleiter des regionalen Entsorgers Suez: „Sollten Sie sehen, dass Flaschen auf dem Glascontainer stehen, stellen Sie ihre nicht einfach dabei, sondern schauen sie nach, ob im Container nicht doch noch Platz ist“.

Hier noch einmal alle Standorte von Wertstoffdepots auf einen Blick: 

Weitere Beispiele von Verschmutzungen: 

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