23. Bundesliga-Spieltag

"Werden unseren Teil beitragen" - Bundesligisten gedenken Opfern von Hanau

+
Die Bundesligisten treten am 23. Spieltag mit Trauerflor an.

Die Fußball-Bundesligisten gedenken mit einer Gedenkminute und Trauerflor den Opfern von Hanau. BVB-Boss Watzke und Kapitän Marco Reus mit emotionalen Worten.

  • Der 23. Bundesliga-Spieltag steht im Zeichen der Trauer.
  • Die Bundesligisten gedenken mit Trauerflor und Schweigeminute den Opfern von Hanau.
  • BVB-Boss Hans-Joachim Watzke mit deutlichen Worten gegen Rassismus.

Update vom 21. Februar, 10.30 Uhr: Der 23. Bundesliga-Spieltag steht im Zeichen der Trauer. Nach dem mutmaßlichen rechtsradikal und rassistisch motivierten Anschlag von Hanau trauert der deutsche Fußball am Wochenende um die Opfer.

Alle Bundesligisten werden mit Trauerflor auflaufen, zudem wird es eine Schweigeminute vor dem Anpfiff geben. Das teilte die Deutsche Fußball Liga und der Deutsche Fußball Bund mit. Im hessischen Hanau hatte ein Mann am Mittwochabend neun Menschen mit Migrationshintergrund erschossen. 

Sechs weitere wurden laut Bundesanwaltschaft verletzt, einer davon schwer. Anschließend wurde der mutmaßliche Täter und seine Mutter tot aufgefunden.

Trauerflor: BVB-Boss Watzke mit emotionalen Worten

"Die Gedanken der gesamten BVB-Familie sind bei den Opfern des rechtsextremen Terroranschlags von Hanau sowie deren Familien und Freunden. Die taten in Halle und jetzt in Hanau sind schrecklich. Die deutsche Gesellschaft muss alles dafür tun, um Rassismus und Antisemitismus klar zu bekämpfen. Wir werden unseren Teil beitragen", äußerte sich BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke im Vorfeld der Partie gegen Werder Bremen (15.30 Uhr/im Live-Ticker und live im TV).

Auch BVB-Kapitän Marco Reus äußerte sich öffentlich bei t-online.de zu dem Anschlag von Hanau: "Werte wie Toleranz, Respekt und Weltoffenheit sind mir schon früh von zu Hause mit an die Hand gegeben worden. Schon als Kind bin ich im Fußball mit vielen verschiedenen Nationen und Religionen in Kontakt gekommen, ohne dass man es als kleiner Junge überhaupt bewusst wahrnimmt", so Reus.

Borussia Dortmund ist am Samstag nach dem bitteren Pokal-Aus um Wiedergutmachung bemüht. Nach dem denkwürdigen Abend in der Champions League könnte Trainer Lucien Favre rotieren. Gibt es deshalb beim BVB eine Premiere in der Startelf? Nicht auszuschließen nach den lobenden Worten von Mats Hummels.

Darum spielte der BVB gegen den 1. FC Köln mit Trauerflor

[Ursprungsmeldung] Dortmund - Borussia Dortmund hat am Freitagabend gegen den ersten 1. FC Köln den 19. Bundesliga-Spieltag eröffnet. Das erste Heimspiel des Jahres im Dortmunder Signal Iduna Park begann allerdings in ruhiger Trauer. In einer Gedenkminute vor dem Anpfiff wurde BVB-Legende Hans Tilkowski vor 81.365 Zuschauern die letzte Ehre erwiesen.

Die Akteure von Borussia Dortmund betraten mit Trauerflor am linken Oberarm den Rasen, ehe sie sich am Mittelkreis versammelten und ihre Blicke gen Videowand richteten. Zu sehen: Ein Foto von Hans Tilkowski. Zu hören in respektvoller Stille: Hans Tilkowskis Lebensgeschichte, die in abschließendem Applaus sein würdiges Ende fand.

BVB mit Trauerflor: Borussia Dortmund gedenkt Hans Tilkowski

Hans Tilkowski war am 5. Januar nach langer Krankheit im Alter von 84 Jahren verstorben. Von 1963 bis 1967 hütete er in 81 Bundesligapartien das Tor des BVB und mauserte sich langsam zur Vereinslegende. In seinem dritten Jahr beim BVB führte er seine Mannschaft zum Gewinn des DFB-Pokals 1965 nach einem 2:0-Erfolg über Hannover 96. Anschließend wählten ihn die deutschen Sportjournalisten zum Fußballer des Jahres.

Ein Jahr später gelang ihm der ganz große Wurf mit dem BVB. Borussia Dortmund schaffte es ins Halbfinale des Europapokals, wo Schwarz-Gelb auf Titelverteidiger West Ham United mit Geoff Hurst und Bobby Moore traf. Hans Tilkowski war kaum zu überwinden beim entscheidenden 3:1-Erfolg im Stadion Rote Erde, nachdem der BVB bereits das Hinspiel für sich entschieden hatte (2:1). 

Rund drei Wochen später versenkte Reinhard  Libuda in der 107. Minute gegen den FC Liverpool eine Bogenlampe und machte den BVB so zum Europapokalsieger im schottischen Glasgow - und Hans Tilkowski endgültig zur Vereinslegende.

BVB mit Trauerflor: Hans Tilkowskis Erfahrung mit dem berühmten "Wembley-Tor"

Berühmtheit erlangte Tilkwoski, der 39 Mal im Kasten der deutschen Nationalmannschaft stand, durch das "Wembley-Tor" im WM-Finale 1966. Die DFB-Elf verlor mit 2:4 - auch, weil Englands Geoff Hurst den Ball vermeintlich über die Torlinie beförderte. Von der Unterkante der Latte sprang die Kugel wieder heraus, die Linie übertrat sie nicht - und dennoch zählte der 3:2-Führungstreffer der Engländer.

"Er war nicht drin", hatte Hans Tilkowski, der nur wenige Meter vom Tatort entfernt stand, vehement protestiert. Das allerdings tat er umsonst. Rund 54 Jahre später, am Freitagabend im Heimspiel gegen den 1. FC Köln, hat die BVB-Legende seinen verdienten Abschied nach langem Krebsleiden bekommen. "Er hat den Kampf im Beisein seiner Familie verloren", sagte sein Sohn Ralf dem SID.

Verpassen Sie keine Nachricht zu Borussia Dortmund und werden Sie Fan unserer Facebook-Seite.

Quelle: wa.de

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare