Borussia Dortmund

Highlights und Zusammenfassung der Partie BVB – Leverkusen: Kommentar, Analyse, Bericht

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Marco Reus (r.) hat mit dem BVB gegen Bayer 04 Leverkusen gewonnen.

Borussia Dortmund hat gegen Bayer 04 Leverkusen gewonnen. Das Spiel bot viele Highlights – wir haben die Zusammenfassung von Samstag.

  • Borussia Dortmund gegen Bayer 04 Leverkusen bot viele Highlights
  • Wir haben an dieser Stelle eine Zusammenfassung des Spieltags
  • Spielbericht, Analyse, Kommentar sowie Gewinner und Verlierer beim BVB

Spielbericht: Borussia Dortmund hat gegen Bayer 04 Leverkusen die Generalprobe für den FC Barcelona bestanden

Spielbericht: „In der Physik ist der Druck das Ergebnis einer senkrecht auf eine Fläche A einwirkende Kraft F.“ So heißt es jedenfalls in der Definition auf Wikipedia. In der schwarzgelben Enzyklopädie ist Druck etwas anderes. Bei Borussia Dortmund ist man erfolgsverwöhnt und will um Titel spielen. Angesichts der großen Qualität im Kader ist das auch legitim. Aber Stolperer werden dann eben nicht verziehen. Die volle Wucht traf den BVB nach der Niederlage bei Union Berlin vor dem Spiel gegen Leverkusen.

„Ich kenne das ja aus der Nationalmannschaft. Das ist für mich nichts neues mehr. Aber klar war das ein bisschen komisch für mich“, sagte Julian Brandt nach dem 4:0-Sieg gegen seinen Ex-Klub Bayer am Samstag. Nach dem Befreiungsschlag. Denn zuvor steckte die Niederlage bei Union dem BVB in den Knochen. Heftiger Gegenwind war die Folge. „Ich kann Kritik verstehen, wenn man so verliert wie wir in Berlin. Aber am Ende sind wir Menschen und so etwas kann passieren. Wir haben ja dann jetzt bewiesen, dass es kein Dauerzustand ist“, so Brandt. Der Befreiungsschlag gegen die Werkself kam zum richtigen Zeitpunkt: Am Dienstag kommt der große FC Barcelona zum Auftakt der Gruppenphase der Champions League nach Dortmund (21 Uhr). Paco Alcácer trifft dann auf seinen Ex-Klub.

BVB gewinnt gegen Leverkusen und nimmt schon den FC Barcelona ins Visier

„Es wird ein Spiel vielleicht so ähnlich wie heute: Sie werden viel Ballbesitz haben. Wir müssen viel laufen und die Räume zustellen“, erklärte BVB-Kapitän Marco Reus. Axel Witsel ergänzte: „Es wird ein hartes Spiel, einfach weil es Barcelona ist. Wir müssen uns richtig stark darauf vorbereiten und daran glauben, alles auf dem Platz geben. Dann können wir das zu Hause auch packen.“

Dass der BVB zu Hause auch gegen eine offensivstarke Mannschaft eine Macht ist, hat er am Samstag unter Beweis gestellt. „Es ist immer wichtig, zu Null zu spielen. Dann wissen wir, dass wir die Qualität haben, um vorne die Tore zu machen“, sagte Reus. „Wir haben eine Reaktion gezeigt, das war nach Union Berlin wichtig“, sagte der Kapitän. Aber Barcelona ist eben nicht Union Berlin und auch nicht Bayer 04 Leverkusen.

Nicht auszudenken aber, die Generalprobe gegen die Elf von Ex-BVB-Trainer Peter Bosz, bei der es zu einer Handspieldiskussion nach einer Aktion von Jonathan Tah gekommen ist, wäre schief gelaufen. „Der Druck wäre dann ja auch gerade gegen Barcelona noch viel größer gewesen. Das ist nicht ein Gegner, bei dem die ganze Stadt sagt, ihr müsst jetzt gewinnen – aber es ist besser, wenn du Rückenwind hast und nicht frontal auf die Fresse bekommst“, fand Brandt deutliche Worte.

BVB-Lizenzspielleiter Sebastian Kehl sah das ähnlich. „Wir freuen uns auf dieses Spiel und sind froh, dass wir mit so einem Ergebnis im Rücken in die Partie gehen. Wir werden Barcelona einen guten Empfang hier bereiten und dann auch sportlich dagegenhalten“, sagte er. „Wir werden uns darauf einstellen müssen, dass wir wenig den Ball haben werden. Und dann im Umschaltspiel gefährlich sein. Wir haben ein paar Waffen, um Barcelona weh zu tun.“ Und diese Waffen dürften am Dienstag weniger Druck verspüren. Zumal der FC Barcelona vielleicht seine Wunderwaffe verzichten muss: Lionel Messi ist angeschlagen.

Analyse Borussia Dortmund gegen Bayer 04 Leverkusen: Guerreiro brilliert als Notlösung

Analyse: Lukasz Piszczek fiel kurzfristig aus am Samstag. „Muskuläre Probleme, nichts ernstes“, versicherte ein BVB-Sprecher auf Nachfrage dieser Redaktion. Aber Lucien Favre musste kurzfristig umbauen. Die Zange Achraf Hakimi und Raphael Guerreiro kam zum Einsatz auf den Außenverteidigerpositionen gegen Bayer 04 Leverkusen. Guerreiro präsentierte sich ganz und gar nicht wie eine Notlösung.

Schon häufiger hat der Portugiese bewiesen, dass er sich sowohl vorne als auch hinten auf der linken Seite wohlfühlt. Guerreiro drehte sich clever ein, dann clever auf. Fand auch Lösungen auf engem Raum gegen früh und hoch attackierende Leverkusener. Hohe Spielintelligenz, gute Übersicht. 

Guerreiro schickte eine Botschaft in Richtung des verletzten Nico Schulz: Gesetzt ist der als Linksverteidiger noch lange nicht, spielt Guerreiro weiter so stark auf. Lucien Favre wusste es wohl schon vorher, hat jetzt aber Gewissheit. In Guerreiro hat er einen Allrounder. Der BVB tat gut daran, ihn zu halten. Im Laufe der Saison wird sich das definitiv noch weiter bemerkbar machen.

Kommentar nach Borussia Dortmund gegen Bayer 04 Leverkusen: Favre hat Plan

Kommentar: Lucien Favre ist oft in der Kritik gewesen zuletzt. Aber er weiß, was er tut. Ein Zauderer sei er. Aber er weiß, was er tut. Seine Matchpläne seien nicht ausgereift. Aber er weiß, was er tut.

Gegen Leverkusen sahen sich die Anti-Favre-Stimmen anfangs bestätigt. Aber er wusste, was er tat. Der BVB-Coach startete wieder mit einer Doppelsechs. Und dann ließ er auch noch Julian Weigl auf der Bank. Den Spieler, der in den vergangenen Begegnungen eigentlich die meiste Ruhe am Ball ausstrahlte und prädestiniert schien für unangenehm pressende Leverkusener (bei uns im Ticker zum Nachlesen). Favre zielte damit wieder einmal auf ein Detail im gegnerischen Spiel ab. Er schaltete Kai Havertz aus. Mit Thomas Delaney. Der Zweikampf-Bestie.

„Das ist ein Spieler, der keinen Zweikampf scheut“, sagte BVB-Kapitän Marco Reus. Und das war Favres Zaubertrick. Borussia Dortmund hatte wenig Ballbesitz. Weigl hätte mit seiner Klasse nicht viel ausrichten können in Sachen Spielaufbau. Ein Weigl lebt vom Dortmunder Ballbesitz-Fußball. Favre wusste das, hat geahnt, dass man der Werkself eher hinterherlaufen muss – und schickte seinen dänischen Wachhund auf das Feld. Delaney machte Meter im Mittelfeld, schmiss sich in jeden Ball. Und in jeden Körper, der kein schwarzgelbes Trikot trug.

Dadurch verschaffte er Entlastung für Axel Witsel, der weiter vorne auch mal wühlen konnte. Favres Plan ging auf. Nach der BVB-Führung wurde langsam klar, dass Leverkusen kein Tor mehr erzielen wird. Weil der Dortmunder Matchplan aufgegangen ist.

Gewinner und Verlierer bei Borussia Dortmund gegen Bayer 04 Leverkusen

Thomas Delaney ist der Gewinner: Der Däne war der Spieler des Tages. Nach seiner Bankdrücker-Erfahrung und der Verletzung bei Union Berlin, präsentierte er sich gegen Leverkusen über die vollen 90 Minuten. Er war überall und nahm Leverkusens Kai Havertz aus dem Spiel – im Mittelfeld machte er den Unterschied.

Mario Götze ist der Verlierer: Der 2014er-Weltmeister saß erneut auf der Bank. Dieses Mal reichte es aber nicht einmal, um Ersatz für Stürmer Paco Alcácer zu sein. Nackenschlag für Götze: Als der spanische Knipser vom Feld kam, wechselte Lucien Favre Jacob Bruun Larsen ein. Götze ist nur noch dritte Wahl. maho

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Borussia Dortmund gewinnt 4:0 gegen Bayer Leverkusen

Quelle: wa.de

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