Werder-Neuzugang in der Analyse

Neuzugang Leonardo Bittencourt verschafft Werder Bremen den X-Faktor

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Leonardo Bittencourt könnte das Spiel des SV Werder Bremen bereichern, aber seine Verpflichtung birgt auch Gefahren.

Am Deadline Day hat Werder Bremen noch einmal überraschend zugeschlagen: Leonardo Bittencourt wechselte aus Sinsheim an die Weser. Was erhofft sich Werder von Bittencourt? Und wo kann Florian Kohfeldt ihn einsetzen? Eine Analyse von Taktik-Experte Tobias Escher.

Bremen - Zum Ende des Transferfensters hat Manager Frank Baumann eine Überraschung aus dem Hut gezaubert. Der SV  Werder Bremen verpflichtete nicht etwa einen neuen Innenverteidiger oder den lange Zeit hoch gehandelten Schalker Nabil Bentaleb. Es war Leonardo Bittencourt, den die Grün-Weißen am Montag präsentierten. 

Bereits vergangene Saison sei man an Bittencourt interessiert gewesen, so Sportchef Frank Baumann. Damals entschied sich der offensive Mittelfeldspieler für einen Wechsel zu Champions-League-Teilnehmer 1899 Hoffenheim. Im zweiten Anlauf ist es Werder Bremen nun gelungen, Bittencourt an die Weser zu locken.

Werder Bremen: Leonardo Bittencourt ist vielseitig - aber wo soll er spielen?

Was erhofft sich Werder Bremen von Leonardo Bittencourt, der schon gegen Union Berlin in der Startelf stehen könnte? Auf den ersten Blick füllt der Mittelfeldspieler keine der offensichtlichen Lücken des Bremer Kaders. Er ist weder als Innenverteidiger noch als Außenverteidiger einer Viererkette einsetzbar. Auch als Ersatzmann für Sechser Nuri Sahin taugt er nicht, genauso wenig als Option im Sturm, wo nach dem Weggang von Martin Harnik zum HSV eine Planstelle frei wurde.

Bittencourts Parade-Positionen liegen im zentralen Mittelfeld, vornehmlich im offensiven Bereich. Die meiste Zeit seiner Karriere spielte er als einrückender Außenspieler oder als Zehner. Julian Nagelsmann schulte ihn in Sinsheim zuletzt zum Achter um. Werder Bremen spielte zuletzt mit einer Raute. Maximilian Eggestein und Davy Klaassen dürften als Achter hier so schnell nicht zu verdrängen sein. Yuya Osako wiederum zeigte zuletzt Glanzleistungen als Zehner. Flügelstürmer gibt es in diesem System keine – und damit also auch keine offensichtliche Rolle für Leonardo Bittencourt.

Leonardo Bittencourt: Neue Nummer 10 verschafft Florian Kohfeldt viele Optionen

Warum hat Werder Bremen also Bittencourt geholt? Zunächst einmal verschafft Leo Bittencourt seinem Trainer Florian Kohfeldt neue Optionen. Spielt Bittencourt beispielsweise auf der Achter-Position, kann Maximilian Eggestein als Sechser auflaufen. Nuri Sahin könnte so zu Ruhepausen kommen oder in die Innenverteidigung rücken. Ähnlich verhält es sich, wenn Kohfeldt Bittencourt als Zehner aufstellt: Osako könnte als zweiter Stürmer oder in einer tieferen Rolle spielen. Werder kann somit auch auf Verletzungen reagieren.

Bittencourt bietet Kohfeldt auch die Möglichkeit, die Formation zu wechseln. Unter TSG-Coach Nagelsmann lief der Deutsch-Brasilianer manches Mal als Außenverteidiger einer Fünferkette auf. Das ist eine Rolle, die er auf beiden Flügeln spielen kann. Mit Leonardo Bittencourt hat Kohfeldt also eher die Option, mit einer Fünferkette zu spielen, gerade in der aktuellen Situation, wo Werder Bremen mit Ludwig Augustinsson der etatmäßige Linksverteidiger fehlt. So könnte Marco Friedl wieder in die Innenverteidigung rücken.

Bittencourt ist also zunächst einmal kein Spieler, der in Werders System eine Stammposition für sich beansprucht. Er kann aber von Kohfeldt flexibel eingesetzt werden. Das passt zu den häufigen Systemwechseln von Kohfeldt und hilft Werder Bremen, unberechenbar zu bleiben.

Leonardo Bittencourt bringt den X-Faktor ins Spiel des SV Werder Bremen

Auch in anderer Hinsicht könnte Leonardo Bittencourt dem Bremer Spiel eine neue Note hinzufügen. Bislang bietet Werders Mittelfeld recht geradlinige Spieler. Eggestein und Klaassen überzeugen durch ihr Passspiel und ihre Dynamik, Osako durch seine Technik und Raumintelligenz. Sie alle erfüllen die Aufgaben, die Kohfeldt ihnen aufgibt, stets aufopferungsvoll. Keiner schert allzu weit von der taktischen Linie ab.

Bittencourt verfügt weder über die raumgreifende Dynamik von Eggestein und Klaassen noch über die Raumintelligenz eines Osako. Er versprüht allerdings einen Funken mehr Genialität. Leonardo Bittencourt sucht häufig das Eins-gegen-Eins, mit kurzen Dribblings lässt er Gegner aussteigen. Fernschüsse gehören genauso zu seinem Repertoire wie plötzliche Pässe in die Tiefe. Er bringt damit, wenn man so will, eine Art X-Faktor, ein unberechenbares Element, ins Spiel des SV Werder Bremen. Gleichzeitig fühlt er sich auch in einem auf Ballbesitz ausgerichteten Spielsystem wohl.

Was Leonardo Bittencourt von seinen Bremer Kollegen unterscheidet: Er wagt mehr Risiko. Bittencourt spielt damit nicht ganz so sauber, wie man das von den aktuellen Werder-Mittelfeldspielern gewohnt ist. Zuletzt war dies aber auch eine Schwachstelle des Werder-Spiels: Das Ballbesitzspiel erstarrte in ausrechenbaren Passfolgen, kein Spieler brach aus dem Korsett aus. Die Verletzung von Milot Rashica verstärkte diese Berechenbarkeit. Bittencourt könnte das Bremer Spiel auflockern.

SV Werder Bremen: Risikofaktor Leonardo Bittencourt? Karriere gekennzeichnet durch Ausfälle

Wahr ist aber auch: Leonardo Bittencourt macht mehr Fehler, als man dies von den aktuellen Bremer Mittelfeldspielern gewohnt ist. Seine Karriere kennzeichnet eine Inkonstanz, an der sich schon Trainer wie Jürgen Klopp oder Julian Nagelsmann die Zähne ausbissen.

Bittencourt lief schon für Borussia Dortmund, Hannover 96, den 1. FC Köln und Hoffenheim auf. Sieben Saisons hat er in der Bundesliga gespielt, nur in einer Spielzeit hat er mehr als 2000 der 3060 möglichen Minuten gespielt. In vier seiner sieben Spielzeiten stand er weniger als die Hälfte aller möglichen Einsatzminuten auf dem Feld. Verletzungen warfen ihn immer wieder zurück. In Hoffenheim war er zuletzt kein Stammspieler mehr.

Auch deshalb ist Bittencourts Transfer ein Risiko. Es wird sich zeigen müssen, ob er die Mannschaft direkt verstärken kann. Zumindest aber erhöht er die Optionen von Trainer Kohfeldt. Das ist angesichts der aktuellen Verletztenmisere von Werder Bremen dringend notwendig. (tes)

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Neuzugang Ömer Toprak spricht über seinen missglückten Start beim Werder Bremen: „Das nehme ich mir zu Herzen.“ Am Donnerstag hat der SV Werder Bremen dank Claudio Pizarro und Leonardo Bittencourt sein Testspiel bei Hannover 96 gewonnen.

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Bittencourt statt Bentaleb - Weshalb Werder-Sportchef Baumann überraschend umplante

Frank Baumann ist für Last-Minute-Transfers am Deadline Day bekannt, doch dieses Mal hat der Sportchef des SV Werder Bremen eine Transfer-Story geliefert, die ihresgleichen sucht.

Bremen – Am Ende dieser Wechselgeschichte steht die Verpflichtung von Leonardo Bittencourt, den Werder Bremen für ein Jahr von der TSG 1899 Hoffenheim ausleiht – inklusive einer Kaufoption, die unter bestimmten Bedingungen für eine Ablösesumme von sieben Millionen Euro sogar verbindlich sein soll. Der 25-Jährige wäre aber gar nicht in Bremen gelandet, wenn es im Fall Nabil Bentaleb vom FC Schalke nicht eine überraschende Wende gegeben hätte, die bis Montag verschwiegen wurde.

Werder Bremen: Darum war Nabil Bentaleb am Deadline Day schon längst kein Thema mehr

Schon seit mehreren Wochen bemühte sich Werder Bremen um die Dienste des auf Schalke in Ungnade gefallenen Mittelfeldspielers, der als Sechser, Achter und Zehner einsetzbar ist. Der 24-jährige Algerier wollte auch unbedingt nach Bremen, doch die Verhandlungen gingen nicht voran. Es hieß, Schalke 04 wolle ihn nicht so gerne innerhalb der Bundesliga verleihen. Dazu passte dann auch Frank Baumanns Einschätzung Mitte der vergangenen Woche, der Transfer sei unwahrscheinlich, Bentaleb würde wohl auf Schalke bleiben. 

Was der Werder-Sportchef nicht sagte, aber zu dem Zeitpunkt vom Berater des Spielers schon erfahren hatte: Nabil Bentaleb war am Knie verletzt. Ein Transfer kam für Werder nicht mehr infrage, doch so deutlich konnte das Baumann öffentlich nicht sagen, es handelte sich schließlich nicht um einen eigenen Spieler. Schalke sagte auch nichts, der Spieler postete dazu Bilder vom knallharten Einzeltraining. Am Montag deckte die „Bild“-Zeitung dann auf, dass Bentaleb am Knie operiert wurde und länger ausfallen wird.

Werder Bremen hatte da schon längst umdisponiert – und dabei spielte den Bremern auch der Zufall in die Karten. Wassily Krastanas, der Berater von Leonardo Bittencourt, berichtete, dass sein Klient gerne an die Weser wechseln würde. Wie schon vor einem Jahr. Doch damals hatte Bittencourt Werder letztlich noch einen Korb gegeben und sich für Hoffenheim entschieden. „Da konnte er in der Champions League spielen“, erinnert sich Frank Baumann. Für ihn war das okay. Deshalb gab es nun auch keinen Grund, die Gespräche nicht wieder aufzunehmen. Viel geredet werden musste aber nicht mehr.

Werder Bremen: Wechsel von Leonardo Bittencourt mit einem Jahr Verzögerung

„Ich kannte Frank Baumann und Florian Kohfeldt ja schon aus dem letzten Jahr und wir waren sofort auf einer Wellenlänge. Ich freue mich auf meine Zeit bei Werder“, wird Leonardo Bittencourt in einer Pressemitteilung des Clubs zitiert. Offiziell vorgestellt wird er am Dienstagmorgen. Einige Fans konnten sich aber schon ein Bild vom Neuzugang machen. Nach der Unterschrift in Baumanns Büro nahm er sich auf dem Weg zum Auto seines Beraters viel Zeit für Autogramme und Selfies – und dabei wirkte er ziemlich glücklich.

Nach dem Abstieg mit dem 1. FC Köln vor einem Jahr hatte sich Leonardo Bittencourt vom Wechsel in den Kraichgau viel versprochen. Der Offensivspezialist, dessen Eltern aus Brasilien stammen und dessen Vater Franklin selbst Fußball-Profi bei Energie Cottbus und dem VfB Leipzig war, wollte dort zum Nationalspieler reifen. Doch es reichte nicht zum Stammspieler. Und unter dem neuen Coach Alfred Schreuder waren die Aussichten sogar noch trüber. Deshalb wünschte er sich einen Wechsel zu Werder Bremen.

Werder Bremen: Frank Baumann adelt die „hohe spielerische Klasse“ von Leo Bittencourt

Allerdings ist die Offensive dort trotz des Abgangs von Martin Harnik zum Hamburger SV eigentlich schon üppig besetzt. „So einen Spielertypen haben wir noch nicht“, hält Frank Baumann dagegen. Bittencourt sei sehr flexibel einsetzbar, als Achter im Mittelfeld, als Zehner, aber auch als Flügelstürmer. Der ehemalige deutsche U21-Nationalspieler sei flink, suche das Eins-gegen-Eins, würde aber auch eine hohe spielerische Komponente besitzen. „Er ist ein besonderes Element für uns“, sagt Baumann.

Und dann ist da ja auch noch Yuya Osako. Vor einem Jahr wollte Werder Bremen den Japaner mit Bittencourt aus Köln holen. Letzterer kommt nun mit einem Jahr Verspätung, aber gerade noch rechtzeitig. Leonardo Bittencourt unterschrieb genau 32 Minuten, bevor das Transferfenster schloss – und das passte zu diesem besonderen Wechsel. (kni)

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Derweil hat Trainer Florian Kohfeldt den Grund verraten, warum Werder Bremen keinen neuen Sechser verpflichtet hat: Maxi Eggestein. Bittere Diagnose für den Mittelfeldspieler: Werder Bremen muss ein halbes Jahr auf Kevin Möhwald verzichten.

Zur letzten Meldung vom 2. September 2019:

Werder-Sportchef Frank Baumann über den Deadline Day: „Bin immer in Rufbereitschaft“

Heute, 18.00 Uhr - danach geht definitiv nichts mehr, dann ist die Sommer-Transferphase in der Bundesliga beendet. Nicht mehr viel Zeit also für den SV Werder Bremen, doch noch die erhoffte Verstärkung fürs Mittelfeld verpflichten zu können.

Nach dem ersten Saisonsieg gegen den FC Augsburg hat Sportchef Frank Baumann erklärt, wie Werder Bremen den Deadline Day angeht - und warum seine Hoffnung auf einen Transfer von Nabil Bentaleb auf ein Minimum gesunken ist.

Klar ist: Sein Handy wird Frank Baumann während der kommenden Stunden nicht allzu weit aus der Hand legen. „Man ist in den letzten Tagen des Transferfensters immer in Rufbereitschaft“, sagte der Manager von Werder Bremen, er wirkte dabei aber einmal mehr so, wie er immer wirkt: unaufgeregt. „Es ist ja auch nicht so, dass heute Nacht oder morgen Vormittag plötzlich Mister X aus der Box kommt. Alles, was passieren könnte, ist schon bekannt. Da sind zumindest schon Vorgespräche geführt worden.“

Werder Bremen am Deadline Day: Was plant Sportchef Frank Baumann noch?

Wie im Falle von Nabil Bentaleb. Nur sieht es beim Algerier aktuell danach aus, als sollten diese Gespräche nicht zum Erfolg führen, zumal Werder Bremen mit Leonardo Bittencourt von der TSG Hoffenheim bereits Ersatz an der Angel hat. 

Nachdem Schalkes Sportvorstand Jochen Schneider am Wochenende erklärt hatte, dass er davon ausgehe, keinen Profi mehr abzugeben, sagte nun auch Frank Baumann zum Thema Bentaleb: „Es hat sich so verfestigt, dass er über den Montag hinaus bei Schalke bleiben wird. Das ist mein aktueller Stand. Für uns ist das aktuell kein Thema.“ Aktuell wohlgemerkt - dieses Wort lässt eine Tür offen, womöglich nähern sich beide Vereine am Deadline Day doch noch entscheidend an. Denkbar, dass Werder Bremen nach der bisher nicht genau diagnostizierten Knieverletzung von Kevin Möhwald bereit ist, finanziell nachzulegen. Und denkbar auch, dass Schalke, sollte kein anderes Angebot für Nabil Bentaleb mehr reinkommen, den in Ungnade gefallenen Spieler doch lieber nach Bremen transferiert, als ihn weiterhin oben auf der Gehaltsliste stehen zu haben.

Werder Bremen: Trainer Florian Kohfeldt bleibt am Deadline Day gelassen

Werders Trainer Florian Kohfeldt äußerte sich beim Blick auf den letzten Tag der Transferphase ebenfalls entspannt und verwies einmal mehr auf die Qualität des vorhandenen Kaders sowie auf den eingeschränkten finanziellen Spielraum von Werder Bremen. „Wir haben jetzt schon einen Kader, der weit über unseren finanziellen Möglichkeiten liegt. Den hat Frank Baumann nicht nur durch Geld, sondern durch kreative Arbeit zusammengestellt.“ Zwei Drittel aller Bundesligisten hätten ein höheres Gehaltsbudget als Werder, „Erwartungen habe ich also auf gar keinen Fall", sagte Kohfeldt. Dann ließ er allerdings mit einem Schmunzeln einen Satz folgen, der als Hinweis darauf zu verstehen war, dass sich bei Werder Bremen am Deadline Day doch noch etwas tut: „Baumi telefoniert viel, und ich glaube nicht, dass es dabei um seine Urlaubsplanung geht.“ (dco)

Zur letzten Meldung vom 31. August 2019:

Transfermarkt-Endspurt: Werder Bremen auf dem Weg zum Deadline Day

Dem SV Werder Bremen bleibt nur noch zwei Tage, um neue Spieler zu verpflichten - am 2. September schließt das Transferfenster in der Bundesliga. Werder auf dem Weg zum Deadline Day.

Bremen – In Niclas Füllkrug, Ömer Toprak und Michael Lang drei Neue geholt, eine Planstelle ist aber eigentlich noch unbesetzt: Ist vor dem Endspurt auf dem Transfermarkt die Kaderbildung beim SV Werder Bremen abgeschlossen? Die DeichStube* beantwortet vor der finalen Phase der Wechselperiode die wichtigsten Fragen.

Transfermarkt-Endspurt: Welchen Spieler holt Werder Bremen noch?

Über allem steht der Name Nabil Bentaleb - der Mittelfeldspieler von Schalke 04 könnte noch immer zum späten Königstransfer von Werder Bremen werden. Doch Frank Baumann, Sportchef von Werder Bremen, hat längst auf Probleme hingewiesen. „Man muss sehen, ob man das noch lösen kann“, sagte er: „Es gibt die beiden Clubs, den Spieler und die Berater – also vier Parteien, die sich einig werden müssen. Es ist eine Gesamtsituation, die man lösen muss. Wenn es an einer Stelle hakt, kommt ein Transfer nicht zustande.“ 

Zuletzt wurde Baumann sogar noch deutlicher:  „Ich gehe davon aus, dass Nabil Bentaleb über den 2. September hinaus Spieler des FC Schalke bleiben wird“, sagte der Sportchef des SV Werder Bremen. Was er nicht sagte, damit aber auch klar wurde: Baumann rechnet nicht damit, dass der Algerier zu einem anderen Verein wechseln wird. Und das bringt Werder Bremen wieder zurück ins Spiel: Bentaleb will nach Bremen, es hängt einzig allein an Schalke, ob es ein Leihgeschäft geben wird. Der Poker bleibt also spannend - vermutlich bis zum letzten Tag der Transferperiode.

Die Position von Nabil Bentaleb beim SV Werder Bremen wäre das Mittelfeld, zentral oder auch auf den Halbpositionen. Alles möglich bei ihm.

Darüber hinaus wurde intensiv bei Werder Bremen nach einem Rechtsverteidiger gesucht. Die Dringlichkeit, einen geeigneten Kandidaten zu finden, hatte sich durch die OP bei Ludwig Augustinsson noch deutlich erhöht.  Werder Bremen bemühte sich um die Verpflichtung von Gladbachs Michael Lang -  und es hat geklappt: Michael Lang ist zum SV Werder gewechselt. Weitere Positionen stehen nicht mehr auf der Bearbeitungsliste, Baumann hat einen Offensiv-Transfer ausgeschlossen. Das aufgetauchte Gerücht um Außenstürmer Andre Ayew (29/FC Swansea) ist deshalb vom Tisch, ebenso ein Wechsel von Michael Gregoritsch vom FC Augsburg zu Werder Bremen

Also kommt keiner mehr, falls der Bentaleb-Wechsel nicht klappt? Ganz sicher kann man sich bei Frank Baumann nicht sein, zumal er stets betont hat, noch zuschlagen zu wollen, falls sich doch noch eine gute Gelegenheit ergibt. Ein neues Gerücht aus Italien machte derweil die Runde: Ist Werder Bremen womöglich an Amin Younes vom SSC Neapel interessiert? 

Transfers: Verkauft Werder Bremen noch Spieler?

Gut möglich. Martin Harnik ist bei Werder Bremen nach wie vor ein Verkaufskandidat. Sollte sich zudem noch ein interessanter Club für Luca Plogmann, Torwart Nummer drei bei Werder, finden, wäre ein Leihgeschäft möglich. Vielleicht könnten nach der Verpflichtung von Ömer Toprak auch die Innenverteidiger Sebastian Langkamp oder Milos Veljkovic noch ein Thema werden. Beide sind aktuell aber verletzt. Nach Kapitän Max Kruse (ablösefrei zu Fenerbahce Istanbul) darf von den Stammspielern niemand den SV Werder Bremen verlassen. Schon gar nicht auf den letzten Drücker.

Wie lange kann der Werder Bremen noch auf dem Transfermarkt tätig werden?

Normalerweise schließt das Transferfenster im Sommer am 31. August um 18.00 Uhr. Diesmal nicht. Weil das Monatsende auf ein Wochenende fällt, haben die Clubs bis Montag, 2. September, Zeit, die Wechselunterlagen für Neuzugänge einzureichen. Bis 18.00 Uhr kann fröhlich transferiert werden. Danach lässt die Bundesliga die Jalousien runter. Ladenschluss! Ausnahme: Vertragslose Spieler können auch danach noch und bis zum 31. Januar 2020 verpflichtet werden.

Verkäufe in Ligen, deren Transferfenster länger geöffnet sind, sind auch nach Ende der deutschen Transferfrist möglich. Beispiel: Vereine in Portugal dürfen bis zum 22. September shoppen, in Katar kann sogar bis zum 30. September personell nachgelegt werden.

Werder Bremen und der Deadline Day: Da lehrt uns die Vergangenheit

Manchmal lohnt es sich, auf Geduld und Nervenstärke zu setzen. In den vergangenen Jahren hat sich Werder Bremen so ein paar prominente Namen gekrallt. Sowohl Nuri Sahin (2018) als auch Serge Gnabry (2016) wurden erst am letzten Tag der Sommer-Wechselfrist verpflichtet. Bei Milot Rashica und Sebastian Langkamp war es der Deadline Day im Winter 2018. Alles Transfers, die der SV Werder Bremen sportlich nicht bereut hat.

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