Jan Frodeno ist der neue König von Buschhütten - Auch Laura Philipp nicht zu schlagen

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Buschhütten. Die begehrtesten Titel im Triathlonsport hat er bereits gewonnen, er triumphierte bei Olympia 2008 in Peking und holte sich 2015 und 2016 den Sieg bei der Ironman-WM auf Hawaii. Doch in Buschhütten hatte sich Jan Frodeno bis dato noch nicht blicken lassen.

Bei der 32. Auflage des EJOT-Triathlons des TV Germania Buschhütten, die bei nasskaltem Wetter mit Temperaturen von 8 Grad Celsius (Start des Topfeldes am Nachmittag) mit rund 800 Teilnehmern über die Bühne ging, krönte sich der 37-Jährige Ausnahmeathlet der LAZ Saarbrücken bei seinem ersten Start auf der Kurzdistanz (1 km Schwimmen, 41,9 km Radfahren und 9,5 km Laufen) seit 2013, unter dem Jubel einiger Tausend Zuschauer, nach 1:38:38 Stunden zum neuen König von Buschhütten.

Mit seinem souveränen Start-Ziel-Sieg löste Frodeno, der im spanischen Girona lebt und trainiert, den Gewinner von 2016 und 2018, Andi Böcherer, ab. Der Akteur vom Tri Team Kaiserstuhl blieb bei der Kälteschlacht nur das Nachsehen gegen den alles überragenden Frodeno und musste sich mit Platz zwei in 1:40:15 Stunden begnügen. Dritter bei dem kurzweiligen Rennen, das bis kurz vor dem Zieleinlauf der Topstars vom Regen verschont blieb, wurde überraschend Radspezialist Ruben Zepuntke (TTD-ProAthletes KTT01) in 1:40:20 Stunden.

Nie in Gefahr geriet der Sieg von Frodeno nach verletzungsbedingter (Ermüdungsbruch in der Hüfte) achtmonatiger Wettkampfpause. Einzig ein kurzzeitiger Krampf im Oberschenkel beim Wechsel auf die Laufstrecke sorgte für eine kurze Schrecksekunde bei dem 1,94 Meter großen Modellathleten. Schon beim Schwimmstart war "Frodo" direkt nach vorne geprescht und kletteterte als Erster aus dem mit 22,6 Grad Celsius wohltemperierten Schwimmbad, dem an diesem winterlichen Tage mit Regenschauern, Hagel, Sonne und jeder Menge Wolken, wärmsten Platz in der Triathlon-Hochburg Buschhütten. Allein auf Böcherer hatte der Familienvater bereits 21 Sekunden Vorsprung herausgeschwommen, der spätere Dritte hatte sogar 1:15 Minuten Rückstand. Auf der HTS-Radstrecke fuhr Frodeno mit 53:21 Minuten fast eine Minute schneller als Böcherer. Nur Zepuntke musste er mit 52:48 Minuten den Vortritt lassen. 

"Toll, dass so viele Leute an der Strecke waren und für eine perfekte Stimmung gesorgt haben"

Auf der Laufstrecke konnte sich Deutschlands Sportler des Jahres 2015 frühzeitig als Sieger feiern zu lassen, zu groß war der Vorsprung auf die versammelte Konkurrenz. "Es war schon frisch die ersten paar Runden für mich. Ich versuche jedes Rennen zu gewinnen. Ich wollte mich nicht mit den Jungs im Becken kloppen. Beim Start war ich etwas verwirrt, ob er schon freigegeben war. Ich bin überglücklich, habe aber schon vergessen, wie stark 1:45 Stunden ins Laktat, beziehungsweise in die Schmerzen geht. Ich bin glücklich, König geworden zu sein und nicht Prinz. Mir tut jeder Muskel weh. Es ist toll, dass bei den fiesen Bedingungen so viele Leute an der Strecke waren und für eine perfekte Stimmung gesorgt haben", freute sich Frodeno, der diesmal zu Saisonbeginn bewusst "den Reiz auf die schnellere Distanz legen wollte", um in den kommenden Monaten an seiner Form auf der Ironman-Distanz intensiv zu feilen.

Mit der besten Laufleistung im gesamten Topfeld konnte der Hademer Jonas Hoffmann (EJOT Team TV Buschhütten) aufwarten, der für die 9,54 km in starken 32:06 Minuten herunterspulte, nachdem es im Schwimmen eher durchwachsen und beim Radfahren gar nicht nach Wunsch des Vorjahresfünften funktionierte. "Ich habe einen Riesenfehler gemacht und beim Radfahren die falsche Jacke angezogen. Die wirkte wie ein Bremsfallschirm, gerade bei höherem Tempo. Beim Laufen habe ich mich dann ganz gut gefühlt. Die Unterstützung durch die Zuschauer war richtig gut, trotz des Wetters", so der 22-Jährige. Bester EJOT-Akteur wurde Jonathan Zipf als Vierter in 1:40:32 Minuten, der sich damit "zufrieden" zeigte, nachdem er auf dem Rad auch Führungsarbeit leisten musste. 

Philipp mit "katastrophalem Schwimmen"

Siegerin im Top-Feld der Damen wurde die von Expertin hoch eingeschätze Laura Philipp (TSV Soprema Mannheim/Team Erdinger Alkoholfrei) in 1:53:32 Stunden. Nach eigenen Worten "katastrophalem Schwimmen", lief es anschließend deutlich besser mit der eindeutig schnellsten Radzeit (1:00:52 Stunden). "Ich war gut angezogen, hatte Handschuhe beim Radfahren an. Es ist schön, hier in Buschhütten eine Duftmarke zu hinterlassen." Auf den Plätzen zwei und drei kamen Anna-Lena Pohl (TuS Griesheim/Team Erdinger Alkoholfrei) in 1:58:08 Stunden und Lea-Sophie Keim (WMF BKK Team AST Süßen/Erdinger Alkoholfrei) in 1:58:39 Stunden ins Ziel. 

Den NRW-Liga-Wettbewerb im Team-Sprint gewannen die Männer vom Kölner Triathlon Team 01 III in 1:04:55 Stunden vor DLC Aachen (1:05:03 Stunden) und W + F Münster II (1:05:56 Stunden). Das junge EJOT Team TV Buschhütten II mit Jonas Frensch, Ersen und Sinan Albayrak und Raul Vallero Gallegas kam lediglich auf den zehnten Platz in 1:10:21 Stunden. 

Bei den NRW-Liga Frauen gewann souverän die SG Triathlon Witten III in 1:16:50 Stunden. Einen sehr achtbaren zweiten Platz sicherte sich das EJOT Team TV Buschhütten II in der Besetzung Hanna Jung, Annika Vössing, Theresa Baumgärtel und Helen Wiehr in 1:19:16 Stunden vor DLC Aachen II in 1:20:40 Stunden. Das Team TVE Netphen mit Daria Schilling, Katrin Hartmann, Miriam Jupe und Katharina Blach wurde 17. in 1:27:19 Stunden. 

Seniorenliga EJOT-Team mit Sieg auf der Kurzdistanz

Einen Sieg feierte das EJOT Team TV Buschhütten in der Seniorenliga auf der Kurzdistanz vor dem SV Gladbeck 13 und den beiden Lokalrivalen vom Team TVE Netphen I ind II. Weitere Sieger waren auf der Jedermanndistanz (0,5 km Schwimmen - 26,0 km Radfahren - 5,3 km Laufen) Männer Silas Schmitt (SPANNRIT Team TSG Kleinostheim) in 1:07:12 Stunden, bei der Jedermanndistanz Frauen Friederike Willoughby (REA Card Team TuS Griesheim) in 1:18:04 Stunden, der Kreuztaler Stadtmeisterschaft auf der Kurzdistanz Männer Christopher Stötzel (EJOT Team TV Buschhütten) in 2:09:11 Stunden, Jens Junghanns (RSV Osthelden) auf der Jedermanndistanz Männer in 1:24:30 Stunden und Inga Sauer (EJOT Team TV Buschhütten) in 1:25:40 Stunden bei den Frauen. Die N-Flow Army siegte im Staffel-Triathlon (0,5 km Schwimmen - 26,0 km Radfahren- 5,3 km Laufen) in 1:04:53 Stunden vor GEORG in Motion in 1:05:37 Stunden (damit Sieger der Firmenstaffel) und dem Team TVE Netphen in 1:08:28 Stunden. 

Alle Ergebnisse sind online unter buschhuetten-tria.r.mikatiming.de/2019/ zu finden. Der Buschhüttener EJOT-Triathlon war zugleich das 2. Wertungsrennen der Volksbank-Kreis-Meisterschaften im Duathlon und Triathlon. Die Fortsetzung findet am 28. Juli mit dem 28. Kindelsberg-Triathlon des TuS Müsen in Müsen statt.

32. EJOT Triathlon Buschhütten - Teil 1

32. EJOT Triathlon Buschhütten - Teil 2

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