Von Ferndorf nach Hamm

Michael Lerscht verlässt TuS Ferndorf zum Saisonende und wird Cheftrainer beim Liga-Konkurrenten ASV Hamm

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Der Hammer Geschäftsführer Franz Dressel (links) und der neue ASV-Coach Michael Lerscht.

Was die Spatzen in den letzten Tagen schon von den Dächern pfiffen, ist nun amtlich. Michael Lerscht verlässt den TuS Ferndorf zum Saisonende und wechselt als Cheftrainer zum Liga-Konkurrenten ASV Hamm-Westfalen und wird dort Nachfolger des dort scheidenden langjährigen Trainers Kay Rothenpieler.

Ferndorf/Hamm – Es hatte sich zuletzt schon angedeutet, seit Sonntag herrscht Gewissheit: Michael Lerscht übernimmt in der kommenden Saison das Traineramt beim Handball-Zweitligisten ASV Hamm-Westfalen. Das bestätigte der Verein am Montagabend.

„Wir sind froh, dass die Verpflichtung geklappt hat. Ich kenne und schätze ihn schon seit Jahren. Er ist ein junger, aufstrebender Trainer. Seine ganze Art, besonders menschlich, hat mir von Beginn an imponiert“, ist ASV-Geschäftsführer Franz Dressel überzeugt, mit Lerscht den richtigen Nachfolger für Kay Rothenpieler gefunden zu haben. 

Eine wirkliche Überraschung ist die Meldung allerdings nicht. Bereits am Sonntag veröffentlichte der ASV versehentlich auf seiner Vereinshomepage ein Interview mit Kapitän Jakob Schwabe, in dem Lerscht bereits als „neuer Coach“ bezeichnet wurde. Nur kurze Zeit später wurde der entsprechende Abschnitt wieder gelöscht.

Auch Tusem Essen hatte Lerscht auf dem Zettel

Die offizielle Bestätigung von Dressel folgte am Tag danach – nicht ganz ohne ein Lächeln auf den Lippen, hat der ASV doch mit der Verpflichtung von Lerscht den Ligakonkurrenten Tusem Essen ausgestochen, der ebenfalls Interesse an dem 35-Jährigen bekundet hatte. „Die Gespräche haben wir vor rund vier Wochen aufgenommen. Uns war bewusst, dass wir nicht die einzigen sein würden, die sich um die Dienste von Michael Lerscht bemühen würden. Umso glücklicher sind wir darüber, dass er sich sehr schnell für uns entschieden hat“, sagt Dressel.

Lange überlegen musste Lerscht wirklich nicht, wie der Gesamtschullehrer für Mathematik und Sport berichtet: „Ich kann bestätigen, dass es Kontakt zum Tusem Essen gab. Aber letztlich war mir immer klar, dass mich der ASV einfach mehr interessiert und begeistert.“

Seit 2004 ist er für den TuS Ferndorf aktiv. Gleich mehrere Verletzungen setzten seiner Spielerkarriere mit 27 Jahren ein jähes Ende. Anschließend übernahm er das Traineramt der Ferndorfer Reserve, ehe er 2015 in die damalige Drittligamannschaft befördert wurde. Seitdem schaffte er mit dem TuS den Wiederaufstieg und etablierte sich mit den Siegerländern in der 2. Bundesliga. Eine sportlicher Aufstieg, der nicht vollkommen unbemerkt blieb. Besonders nicht beim ASV-Geschäftsführer: „Die Erfolge, die Michael Lerscht in der jüngsten Vergangenheit zu verzeichnen hat, haben mich beeindruckt“, so Dressel.

Darum entschied sich Lerscht für den ASV

Für den Hauptprotagonisten ist es ein Schritt, den er mit einem lachenden und einem weinenden Auge vollziehen wird. Denn nach 15 Jahren Vereinszugehörigkeit fällt Lerscht der Abschied durchaus schwer. „Ich hatte und habe mit dem TuS ein sehr gutes und offenes Verhältnis. Ich habe seit 2004 jede Station durchlaufen“, sagt Lerscht.

Dennoch reizte ihn die neue Herausforderung beim ASV, die er ab dem kommenden Sommer angehen wird. „Es war mir wichtig, dass ich ein Projekt angehe, auf das ich richtig Bock habe. Der ASV ist ein sehr ambitionierter Verein, deshalb waren sich Franz Dressel und ich sehr schnell überein“, so der künftige Coach des Hammer Handball-Zweitligisten.

Voller Fokus auf die Saisonziele mit Ferndorf

Bis es für ihn an der Seitenlinie im ASV-Dress losgeht, muss Lerscht sich noch einige Monate gedulden. Bis dahin liegt sein Fokus auf die kommenden Aufgaben im Siegerland. „Ich muss gestehen, dass ich ein wenig erleichtert bin, dass die Gespräche erledigt sind. Jetzt kann ich meinen Fokus wieder vollkommen auf den TuS Ferndorf richten. Ich will mit dem Verein in dieser Saison noch das Maximum herausholen.“

Der Geschäftsführer und Sportliche Leiter des TuS Ferndorf, Mirza Sijaric, zeigte Verständnis für Lerschts Entscheidung: „Es war klar, dass Michael bei einem Top-Team der Zweiten Liga auf dem Zettel steht, wenn der aktuelle Trainer zum Saisonende ausscheidet. Er hat in den letzten viereinhalb Jahren fantastische Arbeit geleistet und die Mannschaft sehr gut entwickelt. Dass er nun das Angebot aus Hamm annimmt, ist nachvollziehbar, auch wenn wir sehr gerne mit ihm verlängert hätten. Wir werden jetzt in Ruhe überlegen, welcher Trainer die erfolgreiche Arbeit von Michael Lerscht fortsetzen kann.“

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