"Regionalliga finanziell nicht mehr darstellbar"

Sportfreunde Siegen steigen freiwillig in die Oberliga ab

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Bild mit Symbolcharakter: Fans hängen ein Siegener-Transparent ab. Foto: René Traut

Siegen. Der 0:2-Niederlage und dem Abrutschen auf den letzten Tabellenplatz folgte die Aufgabe: Die Sportfreunde Siegen steigen freiwillig aus der Regionalliga West ab. Das gab der Verein am Sonntagabend bekannt. Das Modell "Halb-Profitum in Siegen" ist damit gescheitert.

Nur mit Unterstützung von Sponsoren und Förderern habe man in den vergangenen Wochen die Finanzierung des Spielbetriebs für die laufende Regionalligasaison 2016/17 sicherstellen können, hieß es. "Über die gegenwärtige Spielzeit hinaus ist die Aufrechterhaltung des Spielbetriebs in der Regionalliga West, auch wenn die mehr als schwierige Mission Klassenerhalt noch gelingen sollte, allerdings finanziell nicht mehr darstellbar", teilte der Vorstand mit.

„Das Team wird dann in der nächsten Saison eine Klasse tiefer einen Neuaufbau mit mehr Spielern aus der eigenen Jugend starten. So werden aus der jetzigen U19-Mannschaft fünf Spieler in den Kader der Oberligamannschaft übernommen", so Sportvorstand Andreas Krämer.

Seit drei Jahren kämpfen die Sportfreunde Siegen mit einer chronischen Unterfinanzierung. In jeder dieser Spielzeiten konnte der Etat nur mittels Zuschüssen von gedeckt werden. "Diese Vorgehensweise können und wollen wir unseren Partnern nicht weiter zumuten", schrieb der Verein.

„Um größeren Schaden vom Verein abzuwenden, gehört es zu den Aufgaben eines verantwortungsvoll handelnden Vorstandes, die Reißleine zu ziehen, wenn es finanziell nicht mehr reicht“, erklärt der Vorsitzende Roland Schöler. „Die Sportfreunde Siegen haben in den vergangenen drei Jahren versucht, mit Halb-Profitum und Vertragsamateuren im Profi-Wettbewerb zu bestehen. Selbst das scheint aktuell in unserer Region nicht möglich zu sein.“

In Zukunft wird die Fußball-Jugendförderung im Siegerland einen neuen Impuls bekommen. Im Haus des Sports, finanziert durch die Stiftung „Anstoß zum Leben“, soll ein Schwerpunkt die Förderung von Jugendfußballern der Region sein. Daraus kann sich dann ein bodenständiges Fußballgeschehen im Siegerland entwickeln. Dies eröffnet ganz neue Perspektiven.

„Wir treten schweren Herzens, aber erhobenen Hauptes eine finanzielle wie konzeptionelle Neuaufstellung in der Oberliga Westfalen an. Dies ist kein Rückzug, sondern ein Neuanfang. Wir laden alle Fans, Mitglieder und Förderer herzlich dazu ein, den Verein bei diesem Neuanfang zu unterstützen“, so der Vorstand in seiner gemeinsamen Erklärung.

Die für Dienstag angesetzte Partie gegen Borussia Dortmunds U23 ist am Montagmorgen erneut - mittlerweile zum vierten mal - abgesagt worden. Nach dem Dauerregen ist der Platz im Leimbachstadion gesperrt worden.

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