Spektakel am Höhwäldchen: 1. FC Kaan-Marienborn holt sich den Titel beim Werner-Schulze-Cup

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Setzten ihr Ziel, das Turnier zu gewinnen, um: Die Fußballer des 1. FC Kaan-Marienborn holten sich den Titel beim 18. Werner-Schulze-Cup. 

Wilnsdorf. Zwei Sekunden vor der Schlusssirene des Endspiels raufte sich Marc Steffen Freund vom FC Eiserfeld, unumstritten der Mann des Abends beim mit 1550 Euro dotierten 18. Werner-Schulze-Cup, die Haare.

Per Volleyabnahme schoss der 21-jährige Goalgetter, der zuvor zehn Buden gemacht hatte, die Kugel aus kurzer Distanz mit voller Wucht über Querlatte des Käner Gehäuses.

Sein elftes Tor hätte das 1:1 gegen den hohen Turnierfavoriten 1. FC Kaan-Marienborn bedeutet und somit ein Neunmeterschießen herbeigeführt. Doch so konnte der Oberligist gegen Mitternacht seine Jubeltänze in der Großsporthalle Höhwäldchen aufführen, denn Talha Varli war es vorbehalten, in der 6. Minute mit einem präzisen Linksschuss das einzige Tor des von den Breitenbachtalkickern (600 Euro Sieger-Preisgeld) dominierten Finals zu erzielen. 500 Zuschauer erlebten in der erneut restlos ausverkauften Halle ein Fußball-Spektakel, das es in dieser gutklassigen Besetzung in unserer Region schon seit einigen Jahren bei anderen Turnieren nicht mehr gibt.

„Wir haben sehr guten und schnellen Fußball gesehen und sind hochzufrieden mit dem Turnier“, sagte Achim Kringe, 2. Abteilungsleiter Fußball beim ausrichtenden TuS Wilnsdorf/Wilgersdorf. „Auf jeden Fall“ werde es 2019 die 19. Auflage des Budenzaubers geben, zu der die Fußballfans immer wieder gerne die Anreise ans Höhwäldchen auf sich nehmen.

Die Käner wollten unbedingt gewinnen, „das haben wir uns vor dem Turnier vorgenommen“, strotzte Kaans Trainer Thorsten Nehrbauer nur so von Selbstbewusstsein. Er verfolgte das Geschehen eher am Rande und überließ das Coaching seinem Co-Trainer Tobias Wurm. Jetzt hoffe er auf weiterhin gutes Trainingswetter, um den Platz an der Sonne in der Oberliga auch in den kommenden Monaten verteidigen zu können. „Wir müssen von Woche zu Woche arbeiten“, so Nehrbauer. „Wir sind unserer Rolle gut gerecht geworden, es war ein verdienter Sieg“, analysierte später auch Wurm, der von einem „guten Gegner“ im Finale sprach und dem personell dezimierten Eiserfeld, das 450 Euro einstrich, dafür ein „Riesenkompliment“ zollte.

„Wir wollten allen Jungs eine Spielgarantie geben. Unser oberstes Ziel war es, eine Runde weiterzukommen“, war Eiserfelds Cheftrainer Andreas Maier sehr zufrieden mit dem Auftritt seiner Mannen, die an diesem Abend von Co-Trainer Christian Aehl gecoacht wurden. Den Gala-Auftritt von Freund bewertete Maier nicht als famose Einzelleistung, sondern stellte direkt die insgesamt starke Mannschaftsleistung in den Vordergrund. Denn irgendwie müsse Freund die Bälle ja auch zugespielt bekommen.

Nach einer Woche Pause werde der Fokus, nach der durchaus sehr gelungenen Hallenserie mit drei Endspiel-Teilnahmen und einem Turniersieg (Freudenberg) bei drei Turnieren, wieder ausschließlich auf das Erreichen des Bezirksliga-Klassenerhalts gelegt, kündigte Maier an.

Der ehemalige Käner sah zuvor im Viertelfinale ein besonders hitziges Lokalderby gegen den Klassenrivalen SuS Niederschelden – 3:2-Triumph für den FCE – in dem Schiedsrichter Kevin Lars Papiorek (Netphen) gleich für beide Vereine zwei Zweitstrafen aussprechen musste und Eiserfeld Tobias Henkel nach einem Foulspiel mit der einzigen roten Karte des Abends vom Feld stellte. Anschließend feierte der spätere Turniersieger im Halbfinale einen hart erkämpften 4:2-Sieg gegen den starken hessischen Verbandsligisten SSV Langenbach, der sogar mit 1:0 und 2:1 in Front lag. Doch unter anderem zwei Tore des an diesem Abend kaum zu stoppenden Mats-Lukas Scheld (5 Tore) sorgten für die Wende.

Im zweiten Halbfinale hatte der FC Eiserfeld beim 3:0-Sieg (Tore: Robert Schmidt, Marc Steffen Freund und Lars Stamm) keinerlei Probleme mit der Fortuna aus Freudenberg (300 Euro), die sich im Neunmeterschießen um Platz drei mit 4:3 gegen „LA“ (200 Euro) durchsetzte. Gastgeber TuS Wilnsdorf/Wilgersdorf schied erneut nach der Vorrunde mit nur einem Punkt aus. Leider gab es an dem kurzweiligen Abend, der erst kurz nach Mitternacht mit der Siegerehrung und der Pokalübergabe durch Sven Alpers (Sport Schulze), dem Enkel von Pokalnamensgeber Werner Schulze, offiziell endete, bevor es bei dem ein oder anderen Bier noch gesellig weiterging, auch einige Verletzungen zu verzeichnen. Dennis Noll (Fußgelenksverletzung) vom SuS Niederschelden, Eiserfelds Marcel Kirsch (Mittelfußbruch) und Marvin Hartmann (Verdacht auf Außenbandriss im Fuß) waren die Leidtragenden. Die beiden Schiedsrichter Kevin Lars Piorek (SV Netphen) und Felix Weller (SpVgg. Neunkirchen) wurden für ihren Einsatz mit Applaus bedacht.

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