1. Triathlon-Bundesliga: Erneuter Doppelsieg der EJOT-Teams TV Buschhütten in Tübingen

bestens gelaunt: Die EJOT Damen: hinten v.l.: Andrea und Marco Göckus, Anna Maria Mazzetti; vorne v.li.  Anne Haug, Emmie Charayron und Theresa Baumgärtel

Tübingen/Buschhütten. Das EJOT Team TV Buschhütten hat dem 4. Teamsprint-Rennen der 1. Bitburger 0,0% Triathlon-Bundesliga (750 Meter Schwimmen, 21,5 Kilometer Radfahren und 5,2 Kilometer Laufen) in Tübingen im Rahmen des 4. Mey-Generalbau-Triathlons, bei hochsommerlicher Hitze, erneut seinen Stempel aufgedrückt und mit zwei Mannschaftssiegen (15 Herren-Teams und 14 Damen-Teams waren am Start) bei den Herren und Damen die Weichen auf die Doppel-Titelverteidigung in der Deutschen Mannschafts-Meisterschaft gestellt.

Vor dem Saisonfinale im Ostseebad Binz auf Rügen (8. September) liegen die Herren nach dem dritten Saisonsieg - lediglich in Düsseldorf reichte es "nur" zu Platz zwei - jetzt vier Punkte vor dem ärgsten Rivalen um den Bundesliga-Thron, Triathlon Potsdam (79 zu 75 Punkte). Mit Platzziffer 26 siegte das Quintett Richard Varga (SVK), Lasse Lührs, Jonathan Zipf, Felix Duchampt (FRA) und Jonas Hoffmann relativ deutlich vor den Potsdamern (Platzziffer 44) und dem KiologIQ Team Saar (Platzziffer 70), das ebenfalls noch in das Meisterschaftsrennen eingreifen kann. Die Siegerländer Athleten haben aber dank des starken Auftritts in der Neckarstadt es in der eigenen Hand, Meistertitel Nummer acht einzutüten. Ohne jedweden Zweifel Mann des Tages in der süddeutschen Touristenhochburg war der Deutsche Meister der Elite von Düsseldorf, Lasse Lührs, der sich im Zielspurt in 55:30 Minuten gegen den Spanier Ignacio Gonzales Garcia (55:33) vom Triathlon Team DSW Darmstadt und dem bisher besten Bundesliga-Akteur, dem „fliegenden Holländer" Jorik von Egdom (55:35) von Triathlon Potsdam.

Auch die Herren konnten jubeln: hinten v.l.: Jonas Hoffmann, Marco und Andrea Göckus, v.v.l.: Jonathan Zipf, Lasse Lührs, Richard Varga und Felix Duchampt.

„Ich habe lange davon geträumt, in der Bundesliga ganz oben zu oben zu stehen. Das ist schon ein großes Ding. Beim Radfahren war ich immer vorne dabei und beim Laufen habe ich mich viel besser gefühlt als in Münster. Da habe ich die Kontrolle übernommen und gesehen, da geht was", so der überglückliche Lührs, den an diesem Gala-Tag niemand aufhalten konnte. „Der Laufkurs mit den vielen Kurven war genial, beim Sprint hatte ich die besten Beine." Angesprochen auf die famose Teamdarbietung und der näher gerückten Deutschen Meisterschaft, sagte der 22-Jährige: „Mit Sicherheit wollen wir wieder gewinnen. Das war ein Schritt in die richtige Richtung. Leider kann ich auf Rügen nicht dabei sein, da ich beim ITU World Triathlon in Montreal starten werde." 

Fasziniert und stolz über die Performance von Lührs zeigte sich der Sportliche Leiter des EJOT Teams, Marco Göckus. „Lasse sah sehr entspannt aus. Er war so konzentriert und fokussiert. Ich konnte ihm ansehen, dass er das Rennen gewinnen will. Er hatte den Blick immer nach vorne gerichtet, war total souverän und hat verdient gewonnen." Platz vier holte sich mit einer überzeugenden Leistung bei seinem EJOT-Debüt, der beste Schwimmer in der weltweiten Triathlon-Szene, Richard Varga. Der Slowake machte seinem Spitznamen „The Fish" auch in Tübingen alle Ehre und kam nach 8:48 Minuten als Erster aus dem Neckar, den die DTU erst tags zuvor von der DTU für das Schwimmen freigegeben hatte, da die Mindestwassertiefe von einem Meter überschritten wurde. Varga stürzte allerdings zu Beginn der Wechselzone, was glücklicherweise ohne weitere Folgen blieb. Im Laufen wurde der Elfte der Olympischen Spiele in Rio de Janeiro 2016 jedoch von Wadenkrämpfen gehandicapt, fightete aber trotz der Schmerzen für das Team bis zum Zielstrich und gönnte sich anschließend den verdienten Gerstensaft bei der Siegerehrung. Ebenfalls zu gefallen wusste auch Jonathan Zipf, der nach einer sehr soliden Leistung in allen drei Disziplinen auf dem achten Rang landete, obwohl er eine zehnsekündige Zeitstrafe erhielt. 

Pech hatte dagegen Vorjahressieger Felix Duchampt (FRA), der die letzten 500 Radmeter seine Rennmaschine tragen musste, da ihn ein Plattfuß ereilt hatte, was natürlich einen möglichen Anschluss an die Spitzengruppe beim Laufen unmöglich machte, da das Feld schon auf der Radstrecke extrem auseinandergzogen war, und letztlich zu einem für ihn enttäuschenden 13. Rang führte. Ziemlich niedergeschlagen zeigte sich im Ziel Jonas Hoffmann. „Ich war einfach zu doof, meinen Helm zuzumachen. Dadurch habe ich 10 bis 15 Sekunden verloren und den Anschluss nach dem Schwimmen verpasst. „Weil keiner helfen wollte", so Hoffmann, habe er auch auf der Radstrecke, wo er in seiner Gruppe immer versuchte Tempo zu machen und vorneweg fuhr, nicht entscheidenden Boden gut machen können. Der 44. Platz entspreche keineswegs seinen und den Ansprüchen des Teams. Hoffmann hatte sich nach dem guten 13. Platz im Vorjahr vorgenommen, die Top Ten anzugreifen. Deutlich nervenaufreibender verlief dagegen zuvor das Damen-Rennen. Hier zeigte die 35-jährige Anne Haug bei ihrem ersten Bundesliga-Auftritt in dieser Saison, dass sich das EJOT Team jederzeit auf sie verlassen kann. Beim abschließenden Laufen über den mit Steigungen und verwinkelten Passagen versehenen Kurs durch die Tübinger Altstadt, musste die Fränkin unbedingt die nach dem Radfahren noch mehrere Sekunden vor ihr liegende Spitzenathletin Anja Knapp von den direkten Konkurrentinnen Triathlon Witten überholen, um den Wittenerinnen den Tagessieg noch abzuluchsen.

„Ich habe auf dem Rad alles probiert, bin viel alleine gefahren, meine Beine sind fast explodiert", berichtete Haug wenige Augenblicke nach dem Zieldurchlauf. „Vorne das sind alles keine Osterhasen", musste sie auch beim Laufen alle Stricke ihres Könnens ziehen, was dazu führte, dass die Vorjahreszweite ihre Widersacherin Knapp - Bundesliga-Einzel-Gesamtsiegerin 2017 - in der vorletzten Runde überholte und durch den sechsten Platz (1:02:01 Stunden) mit sicherem Vorsprung (31 Sekunden vor Knapp) den von allen Siegerländer Fans - darunter auch EJOT-Kommunikationschef Andreas Wolf mit seiner Ehefrau Andrea - erhofften Tagessieg für die Titelverteidigerinnen von Tübingen einzufahren, was zugleich innige Umarmungen im Zielbereich zur Folge hatte.

„Ich habe mehrfach der Anne die Zeiten zugerufen und ihr mitgeteilt, dass sie Anja unbedingt überholen soll", berichtete Göckus. „Ich wusste, dass es heute ganz knapp wird. Anne hat richtig gerödelt am Rad, sie musste die meiste Arbeit machen", zollte er der Fränkin, die im Oktober beim Ironman auf Hawaii ins Rennen geht, ein dickes Kompliment für ihren unbändigen Kampfgeist. Den Grundstock für den ebenfalls dritten Tagessieg in dieser Saison legten die wie immer bestens aufgelegte Französin Emmie Charayron (1:01:38) und die immer selbstbewusster agierende Italienerin Anna Maria Mazzetti (1:01:43 Stunden) mit den Plätzen zwei und drei hinter der stark auftrumpfenden Ungarin Zsófia Kovács (1:01:15 Stunden), die bereits Zweite im Kraichgau geworden war. Charayron, die als 19. nach dem Schwimmen schnell den Anschluss fand zur führenden Radgruppe und auch beim Laufen einmal mehr viel Dampf machte, bestätigte ihre sehr gute Form bei weit über 30 Grad Celsius. Mazzetti präsentierte sich beim Schwimmen in toller Manier, erreichte mit einer Zeit von 10:15 Minuten als Zweite das Rad. Im Rahmen ihrer Möglichkeiten bot auch Theresa Baumgärtel eine sehenswerte Leistung und kam als 28. mit 1:05:47 Stunden ins Ziel.

„Das waren die zwei wichtigsten Siege der Saison, unmittelbar vor der direkten Konkurrenz. Dass man bei den Damen so sehr zittern muss, ist schon krass", jubelte Göckus. „Jetzt gehen wir mit einem größeren Vorsprung in die letzten Rennen in Binz. Die Reise nach Tübingen hat sich gelohnt. Doch die Meisterschaft ist erst entschieden, wenn der Letzte im Ziel ist", warnte Göckus vor bereits zu großer Vorfreude auf ein neuerliches Titel-Double. „Wir werden Binz sehr konzentriert angehen", kündigte der Sportliche Leiter an.

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