TuS Ferndorf ist in der 2. Handball-Bundesliga angekommen

Zwischenbilanz ist positiv - Klassenerhalt hat weiter oberste Priorität

Ferndorfs Sportlicher Leiter Mirza Sijaric, mit 32 Jahren zugleich jüngster seiner Zunft in der gesamten Bundesliga, kann mit dem bisher Erreichten gut leben. Foto: Horst Schaumann

Ferndorf. Es ist Europameisterschaftspause für die Handballer. Mittlerweile sind 21 Spieltage in der 2. Handball-Bundesliga gespielt und der TuS Ferndorf steht mit 16:26 Punkten auf dem 15. Tabellenplatz in der „stärksten 2. Liga der Welt“, was gleichbedeutend ist mit dem bisher größten Erfolg in der Geschichte des Siegerländer Traditionsvereins.

Die Ferndorfer Verantwortlichen bewiesen Mut, als sie im Sommer Michael Lerscht (Trainer) und Mirza Sijaric (Sportlicher Leiter) - beide die jüngsten ihrer Zunft in der Bundesliga - die sportliche Verantwortung übertrugen. Die Aufgabe war und ist definitiv keine leichte, denn das große Ziel heißt Klassenerhalt. Nach einigen Abgängen galt es in kürzester Zeit ein komplett neues Team zu formen, die Neuverpflichtungen zu integrieren und junge Spieler weiter zu entwickeln.

Mirza Sijaric zieht im Interview eine erste Zwischenbilanz:

Frage: Herr Sijaric, wie bewerten Sie die momentane sportliche Situation des TuS Ferndorf in der 2. Handball- Bundesliga?

Sijaric: „Ich denke, wir können mit dem bisher Erreichten gut leben. Wir haben mit 16 Punkten bereits jetzt fast soviel Punkte wie im gesamten ersten Zweitligajahr 2012/13 und das nach herben Rückschlägen für das Team. Man darf nicht vergessen, dass die beiden Säulen unseres Spiels, Julian Schneider mit Kreuzbandriss und Alex Koke mit Kieferbruch, langfristig fehlten, bzw. immer noch fehlen. Im Rückraum konnte Patrick Bettig wegen einer Verletzung bisher noch kein einziges Spiel bestreiten. Doch die Jungs haben ihre Sache prima gemacht - 5:3 Punkte aus den letzten vier Spielen sprechen für sich. Ich glaube, darauf können wir stolz sein, aber darauf ausruhen, können wir uns nicht. Wir müssen daher weiter jeden Tag hart arbeiten und uns stetig weiterentwickeln für das große Ziel Klassenerhalt.“

Frage: Der TuS Ferndorf ist ein Verein mit großer Tradition, der aber wirtschaftlich eher zu den „Kleinen“ der Liga gehört. Wie geht man mit der wirtschaftlichen Situation in der 2. Bundesliga um?

Sijaric: „Es stimmt, unser Etat von etwa 550.00 Euro ist einer der niedrigsten der ganzen Liga. Der Spitzenreiter (HC Erlangen; Anmerk. der Red.) kann auf das 6-fache unserer Mittel zurückgreifen. Handeln im Rahmen unserer Möglichkeiten hat für uns immer oberstes Gebot. Nur so lässt sich verantwortlich und solide wirtschaften. Wir müssen nicht nur ein Zweitligateam und den Perspektivkader finanzieren, auch eine gute Jugendarbeit kostet eine Menge Geld - doch das ist es uns wert. Spieler wie Julian und Lucas Schneider, Patrick Bettig, Kevin John oder auch Kai Ronge sind Eigengewächse, die den Sprung in die 2. Bundesliga geschafft haben - also macht sich die Investition in Jugendarbeit und Anschlussförderung bezahlt. Dennoch arbeiten wir stetig daran, neue Sponsoren zu gewinnen und bestehende Partner dauerhaft an uns zu binden, um unseren Etat zu festigen bzw. zu erhöhen. Als sportliches Aushängeschild des Siegerlandes ist der TuS Ferndorf ja mittlerweile eine richtig gute Adresse als Werbepartner - wir haben uns einen Namen gemacht. Nicht nur in unserer Region, sondern deutschlandweit.“

Frage: Wie sehen die kurz- und mittelfristigen Ziele aus?

Sijaric: „Die Ziele haben sich eigentlich seit Saisonbeginn nicht verändert. Ganz klare Priorität hat der Klassenerhalt in dieser Saison, wobei wir uns mittelfristig dauerhaft in der 2. Handball-Bundesliga etablieren möchten. Dies ist natürlich gleichbedeutend mit einer Erhöhung der zur Verfügung stehenden finanziellen Mittel für einen wohl bedachten Invest in Mannschaft, Jugendarbeit und Infrastruktur. Und wenn ich mir was wünschen könnte: Neben dem Klassenerhalt wäre das wohl eine neue Handball-Arena hier in unserer Region.“

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