Gastspiel bei Werder Bremen

Tedescos Marschroute: Nicht quatschen, machen!

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Schalkes Domenico Tedesco setzt für das Auswärtsspiel in Bremen auf charakterstarke Spieler.

Schalke will und muss auswärts bei Werder Bremen die Trendwende einleiten. Dabei geht es auch um den Job von Domenico Tedesco. Der Trainer deutet Konsequenzen an – und stellt eine Forderung.

Gelsenkirchen – Es ist tatsächlich eine Konstante, die Woche für Woche auf Schalke zu beobachten ist. Stets betonen die Protagonisten, wie groß die Zuversicht sei, endlich die Wende zu schaffen. Wie gut die Einheiten vor der jeweiligen Aufgabe gewesen seien. Herumgekommen ist dabei zuletzt bekanntlich herzlich wenig. „Ich könnte“, sagt Chefcoach Domenico Tedesco, „jetzt wieder davon erzählen. Aber ganz ehrlich: Ich kann es auch nicht mehr hören, wir müssen es endlich zeigen.“

Was nichts anderes heißt als: nicht quatschen, machen! „Es bringt nichts, wenn die Spieler sich hinstellen und erzählen, der Trainer sei der Richtige und dass sie gut eingestellt werden. Das braucht kein Mensch, auch ich nicht. Sie müssen es auf den Platz bringen.“

Bei Königsblau ist mächtig Druck auf dem Kessel. Der abgestürzte Vize-Meister kämpft nicht um Europa, sondern um die Klasse. Und sofern das überhaupt möglich ist, ist der Druck für Tedesco persönlich vor Schalkes Auswärtsaufgabe am Freitagabend bei Werder Bremen (20.30 Uhr/bei uns im Live-Ticker) noch größer. Schließlich geht es auch um seinen Job.

Tedesco entschlossen und kämpferisch

Der neue Sportvorstand Jochen Schneider hatte unmissverständlich eine Trendwende gefordert. Noch so ein blutleerer, mutloser und phasenweise planloser Auftritt wie zuletzt in Mainz (0:3) oder gegen Düsseldorf (0:4) – und Tedesco ist kaum noch zu halten.

„Dass mich diese Situation alles andere als kalt lässt, ist doch völlig klar“, sagt der 33-Jährige: „Ich versuche einfach, ich selbst zu sein.“ Dabei gehe er in seiner Arbeit genauso vor wie in den guten Zeiten vor rund einem Jahr. Alles andere“, erklärt er, „wäre nicht authentisch.“

Jetzt seien allerdings auch seine Mannen gefordert. Druck hin oder her. „Wir müssen performen, auch unter Feuer“, betont Tedesco. Dabei wirkt der Deutsch-Italiener entschlossen. Kämpferisch. Und nach wie vor authentisch. „Wir haben uns in diese Scheiße reingeritten und müssen da nun gemeinsam wieder herauskommen.“

Schalkes Trainer setzt auf Charakterstärke

Und zwar mit einer anderen Einstellung, mit einem anderen Auftreten als bislang. Tedesco lässt durchblicken, personelle Konsequenzen vornehmen zu wollen. „Es ist logisch, dass wir nach solchen Spielen nicht völlig normal zur Tagesordnung gehen“, sagt er. „Da wird es sicher etwas geben, aber natürlich werde ich Ihnen die Aufstellung nicht verraten. Und den Kader auch nicht.“

Dass einige seiner Kicker nun außen vor sein werden, steht dabei außer Frage. Vielsagend meint Tedesco: „An erster Stelle steht im Abstiegskampf, und da befinden wir uns ganz klar, der Charakter des Spielers. Der ist in der jetzigen Situation wichtiger denn je.“ Die Übersetzung dazu: Diejenigen, die die Lage verkennen und nicht ihr letztes Hemd für den Klub geben könnten, bleiben mit Blick auf das Aufgebot für das Gastspiel an der Weser außen vor.

Harit und Co. wohl außen vor

So dürfte es sehr wahrscheinlich den disziplinlosen Amine Harit treffen, der sich selbst nach einem solchen Debakel wie gegen Düsseldorf flachsend mit gegnerischen Spielern unterhielt, während Benjamin Stambouli einige Meter weiter mit den Tränen kämpfte. Auch Harits marokkanischer Landsmann Hamza Mendyl sowie Sebastian Rudy und Mark Uth dürften zu diesen Kandidaten zählen.

Umso wichtiger für Tedesco, dass mit Bastian Oczipka und Weston McKennie ein zuletzt angeschlagenes Duo wieder zur Verfügung steht. Mit Blick auf Mentalitätsmonster McKennie sagte Schalkes Trainer zuletzt: „Mit ihm haben wir mal Punch und Power im Zentrum. Er ist ein 98er-Jahrgang, aber wie der uns fehlt, das ist Wahnsinn.“ Weil er einer der Charakter-Spieler ist, die Schalke aktuell mehr braucht denn je. Und weil der US-Amerikaner jemand ist, der handelt und nicht ausschließlich quatscht.

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Quelle: wa.de

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