Remis gegen Düsseldorf

Nicht mehr so sattelfest: Plötzlich ist Schalke defensiv anfällig

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Fassungslos: Benito Raman und Schalke 04 kamen gegen Fortuna Düsseldorf trotz dreimaliger Führung nur zu einem Unentschieden.

Trotz dreimaliger Führung kommt Schalke gegen Düsseldorf nicht über ein Remis hinaus. Vor allem die anfangs noch stabile Abwehr wirkt zunehmend wackeliger.

Gelsenkirchen - Plötzlich schaute Jochen Schneider mit ernster Miene drein und schaltete förmlich in den Verteidigungsmodus. Nach einer sachlichen Reporter-Frage, warum Schalke zuletzt – im Vergleich zu den ersten Partien in dieser Saison – ungewöhnlich viele Gegentore kassiere, fühlte sich der Sportvorstand angegriffen.

„Das ist mir einen Tick zu negativ“, entgegnete der 49-Jährige, räumte dabei ein: „Es war sicherlich nicht die allerbeste Leistung, insbesondere vor allem die letzten zwei Gegentore haben wir zu leicht hergegeben. Nichtsdestotrotz haben wir aus den vergangenen beiden Spielen vier Punkte mitgenommen. Das ist das, was zählt.“

So weit, so richtig. Auf die Tatsache, dass Königsblau in den vergangenen drei Pflichtspielen sieben Gegentore (von insgesamt 14) kassierte, wies Schneider lediglich auf die neun eigenen Tore hin und darauf, dass Fortuna Düsseldorf es beim 3:3 „exzellent gemacht“ habe. Niemand wollte den Knappen eine Krise einreden. Dass sie aktuell aber hinten etwas löchrig sind, ist reiner Fakt.

Schalke fehlen drei von vier etatmäßigen Innenverteidigern

Zumal das Remis gegen die Rheinländer keines der Sorte glücklich war. Im Gegenteil: Schalke lag dreimal vorn, fing sich aber dreimal durch Rouwen Hennings den Ausgleich und stand am Ende nur mit einem Zähler da. „Wenn du zuhause drei Tore erzielst, darfst du das Spiel nicht aus der Hand geben“, brachte es Offensivspieler Benito Raman nach dem ersten Wiedersehen mit seinem Ex-Klub auf den Punkt.

Sicherlich ist die Tatsache, dass den Königsblauen mit Matija Nastasic, Benjamin Stambouli und Salif Sané nahezu auf einen Schlag drei von vier gestandenen Innenverteidigern weggebrochen sind, alles andere als hilfreich. „Da würde sich jede Mannschaft auf der Welt schwertun“, meinte Schneider. Es wäre aber zu einfach, dies einzig und allein darauf zurückzuführen. „Die ganze Mannschaft muss verteidigen“, sagte Kapitän Alexander Nübel: „Für mich war das zweite Gegentor das schlimmste, weil wir das nicht sauber verteidigen.“

Drei Mal gegen die Fortuna geführt, aber nur ein Punkt für Schalke 04

Das war in der 74. Minute. als Suat Sedar in der Düsseldorfer Hälfte den Ball herschenkte, die Fortuna über die rechte Seite konterte, Ozan Kabak Stürmer Hennings aus den Augen verlor und Jonjoe Kenny zu langsam herein rückte. Kurzum: eine lange Fehlerkette. „Im Mittelfeld haben wir keinen Druck mehr auf den Ball bekommen, und ich habe am Ende meinen Gegenspieler verloren. Das passiert, es tut mir leid“, räumte Kabak ein, der erneut mit Weston McKennie das Innenverteidiger-Duo bildete.

Stambouli fehlt als Kommando-Geber

Vor dem dritten Tor hatten die Rheinländer Schalkes Viererkette mit einem simplen Lupfer ausgehebelt. „Diese zwei Tore verteidigen wir ganz, ganz schlecht“, monierte Trainer David Wagner: „Die Düsseldorfer haben die Möglichkeiten, dir wir ihnen gegeben haben, gut ausgespielt.“ So sehr sich Kabak und „Aushilfs-Verteidiger“ McKennie bemühen: In einigen Szenen wird sichtbar, dass ihnen die Spielpraxis dafür fehlt. Dazu mangelt es an einem Abwehrchef, der die Dinge ordnet, Kommandos gibt und seine Nebenleute anweist – so, wie es Stambouli für gewöhnlich tut.

Kabak hat zweifelsfrei Talent, muss sich aber noch weiter einspielen. Schließlich war es nach langer Pause erst sein dritter Einsatz von Beginn an. Vieles lastet nun auf seinen Schultern. Ein zu großer Druck? „Nein“, sagte der 19-Jährige: „Deswegen bin ich ja hier: um zu spielen, Verantwortung zu übernehmen und mein Spiel weiterzuentwickeln.“ In der Offensive gelang ihm das erneut, hatte er dort mit seinem Kopfballtor - er widmete es dem verletzten Sané - seinen Glanzmoment im Spiel. Nun gilt es daran zu arbeiten, dass es auch defensiv mehrere werden.

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Quelle: wa.de

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