Saison endgültig verkorkst

Königsblauer Scherbenhaufen: Auf Schalke hilft nur noch Tabula rasa

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Frust und Resignation auf Schalke: Selbst das königsblaue Maskottchen Erwin verzweifelt.

Abstiegskampf in der Bundesliga, die letzte Europa-Chance durch das Viertelfinal-Aus im DFB-Pokal vertan: Schalke steht vor einem riesigen Scherbenhaufen. Auf Sportvorstand Jochen Schneider wartet jede Menge Arbeit.

Gelsenkirchen – Sie ist endgültig eingekehrt, die Resignation auf Schalke. Die Fans in der Nordkurve hatten nur noch Schweigen für die Kicker auf dem Rasen übrig, während der Gegner auf der anderen Seite munter feierte. Denn spätestens seit dem Aus im Viertelfinale des DFB-Pokals gegen Werder Bremen (0:2) ist klar: Die Saison ist für Königsblau endgültig nicht mehr zu retten. Die letzte Chance auf Europa ist dahin.

In der Bundesliga geht es jetzt nur noch um den Klassenerhalt. Mittlerweile haben auch die größten Sympathisanten der Knappen die Erkenntnis: Nicht einmal ihr Jahrhunderttrainer Huub Stevens kann Wunder bewirken. Auf Schalke, vor allem in der Mannschaft liegt einiges im Argen. Ein verhältnismäßig weitgehend ordentlicher Auftritt gegen Werder ist immer noch zu wenig für die Ansprüche. Und zu wenig für Erfolg. Es krankt an allen Ecken, besonders in der Offensive.

„Ich weiß, woran es liegt“, sagte Stevens grummelnd, ergänzte aber: „Ich kann nicht mehr dazu sagen, ich bin doch nicht verrückt.“ Aus Schalker Sicht bleibt nur die Hoffnung, dass der 65-Jährige es tatsächlich weiß und die richtigen Maßnahmen trifft für den Saisonendspurt, der mit der alles anderen als leichten Aufgabe am Samstag gegen Eintracht Frankfurt (15.30 Uhr) weiter geht.

Viel Arbeit für Schalkes Sportvorstand Schneider

Viel wichtiger ist aber, dass Jochen Schneider die Zeichen erkennt hat und die richtigen Schlüsse zieht. Stevens wie auch der neue Sportvorstand dürften nicht verkennen, dass bei den Königsblauen ein Umbruch her muss. In allen Bereichen. Neben einem Sportdirektor und einem Technischen Direktor muss Schneider vor allem eine neue Mannschaft zusammenstellen und Schalke ein neues Gesicht geben.

Dass genau dieser Versuch seines offiziell zurückgetretenen Vorgängers Christian Heidel kläglich gescheitert ist, wird immer deutlicher. Für knapp 160 Millionen Euro hat der Ex-Manager Schalkes Team grundlegend verändert. Das Ergebnis: Abstiegskampf. Zum Vergleich: Werder gab im gleichen Zeitraum „nur“ 67 Millionen aus.

Burgstaller will nicht hinsehen: Schalke fliegt gegen Bremen aus dem Pokal - die Bilder

Erschreckend bei Schalke sind nach wie vor die spielerische Armut sowie die haarsträubenden Fehler. Stevens betonte, Königsblau nicht im Stich lassen zu wollen, ist sich um seiner Mammutaufgabe allerdings wohl bewusst. Zumal er jetzt das ausbaden muss, was Heidel und Co. ihm eingebrockt haben. Dabei hat der knurrige Niederländer sich in seiner Funktion als Aufsichtsrat gegen diverse Heidel-Transfers ausgesprochen.

Den Super-GAU vermeiden

Er, aber vor allem Schneider müssen diese gravierenden Fehleinschätzungen nun ausbaden, damit die Knappen mittelfristig nicht im Niemandsland der Bundesliga versinken – oder noch tiefer. Auf die Frage, ob diese Gefahr droht, konterte Linksverteidiger Bastian Oczipka: „Diese Diskussion würde zu weit führen.“

Handeln müssen ohnehin die Verantwortlichen. Die Spieler sind nun in Zusammenarbeit mit Stevens allerdings dahingehend in der Pflicht, den Super-GAU zu verhindern. „Wir haben in bestimmten Momenten Fehler gemacht, sowohl offensiv als auch defensiv, die wir nicht machen dürfen. Dann weiß man, dass man Probleme bekommt“, so Stevens.

Schalkes Offensive kränkelt nach wie vor

Vor allem in der Offensive kränkelt es: 0:2 gegen Bremen, 1:0 in Hannover und 0:1 gegen RB Leipzig lauteten die letzten Resultate. "Wir befinden uns immer noch in einer schwierigen Situation", meinte Stürmer Guido Burgstaller: "Es gibt mehreres, was wir verbessern müssen. Die Konter müssen besser ausgespielt werden, dazu brauchen wir mehr Box-Präsenz. Wir müssen außerdem ruhiger vor dem Tor werden und den letzten Pass genauer spielen. Wir haben schon ein bisschen was zu tun."

Das Pikante: Das ist bereits in der gesamten Saison das Problem der Königsblauen. Sollten sie diese nicht in den Griff bekommen, dürfte die Ernüchterung noch größer werden. Und die Abstiegsgefahr mit ihr.

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Quelle: wa.de

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