Unterschiede werden größer

Schalke-Trainer Wagner zweifelt 50+1-Regel an: "Wenn Investoren kommen dürfen..."

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Schalke-Chefcoach David Wagner hat die 50+1-Regel angezweifelt.

S04-Coach David Wagner hat Zweifel an der 50+1-Regel geäußert und liebäugelt mit Investoren. Ein Modell, das nicht nur beim FC Schalke 04 auf Kritik stößt.

Gelsenkirchen – Schalke-Cheftrainer David Wagner hat Zweifel an der umstrittenen 50+1-Regel geäußert. Für ihn ist sie mit ein Grund, warum die Kluft zwischen den Vereinen innerhalb der Bundesliga und auch international immer weiter auseinanderdriftet. 

"Im Moment ist es in Deutschland so, dass die Kluft zwischen den Vereinen, die ganz vorne stehen, die ständig in der Champions League spielen und allen anderen immer größer wird", sagte Wagner der Frankfurter Allgemeinen Zeitung am Mittwoch wohl auch mit Blick auf den S04-Erzrivalen Borussia Dortmund und Rekordmeister FC Bayern München. "Wenn wir einen engeren Wettbewerb haben wollen, dann ist die 50+1-Regel sicher ein Schlüssel dazu", so der Schalke-Trainer.

Investor auf Schalke? Ultras und "normale" Fans würde das wohl kaum zulassen

Ein Konstrukt also, das Wagner gerne auch beim FC Schalke 04 sehen würden? Wohl kaum vorstellbar, dass der Fans-Basis ein Investor schmackhaft gemacht werden könnte – und die S04-Anhänger sind meinungsstark, wie unlängst erst die Fan-Proteste gegen Clemens Tönnies nach dessen rassistischen Äußerungen zeigten.

50+1-Regel: Stammvereine wie Schalke müssen Mehrheit halten

Aber auch kaum vorstellbar, dass die 50+1-Regel in der Bundesliga generell schnell kippen könnte. Die besagt übrigens, dass Stammvereine die Mehrheit an ausgegliederten Profi-Kapitalgesellschaften behalten müssen. Skrupellose Investoren sollen so von den Vereinen ferngehalten werden. Für Wagner ein kleines Übel.

David Wagner äußert Zweifel an 50+1-Regel: "großes Ungeheuer skizziert"

"Ich glaube, dass hier ein großes Ungeheuer skizziert wird. Wenn Investoren kommen dürfen, muss das nicht gleich bedeuten, dass irgendwelche Oligarchen anfangen, Clubs auseinander zu nehmen", sagte der Coach des FC Schalke.

Allerdings bedarf es wohl nicht immer finanzstarker Investoren. David Wagner schein auch so ganz zufrieden zu sein mit der bisherigen Entwicklung auf Schalke. "Wir sind zwar noch fernab von perfekt, aber ich spüre, dass es Schritte gibt, sowohl auf dem Platz als auch generell in allen Abteilungen des Vereins. Wir wachsen langsam zusammen", sagte er. Bei seiner Ankunft habe er eine sehr große Vorsicht gespürt. "Es gab hier permanent Veränderungen und nur ganz wenig Kontinuität", sagte Wagner zu den vergangenen Jahren auf Schalke. "Das ist kein guter Nährboden für Leistung."

Am kommenden Samstag feiert Wagner sein Bundesliga-Debüt als Schalke-Trainer – ohne Investor und mit 50+1-Regel. Um 18.30 treten die Knappen auswärts gegen Borussia Mönchengladbach an. Das Spiel können sie unter anderem live bei Sky verfolgen oder bei uns im Live-Ticker. maho/dpa

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Quelle: wa.de

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