Spagat zwischen Abstiegskampf und Königsklasse

Schalkes Gründe zur Zuversicht - und warum ManCity jetzt niemand braucht

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Trotz der Niederlage in Bremen blicken Trainer Domenico Tedesco und Schalke 04 zuversichtlich auf die anstehenden Aufgaben.

Trotz der Niederlage in Bremen gibt es einige Punkte, die Schalke zuversichtlich machen für die kommenden Aufgaben. Die Champions League kommt dabei recht ungelegen.

Gelsenkirchen - Die Situation ist weiterhin bedrohlich. Schalke ist und bleibt im Abstiegskampf, nach der 2:4-Niederlage in Bremen tritt Königsblau weiterhin auf der Stelle. Zumindest tabellarisch. Dennoch macht der Auftritt der Mannschaft den Verantwortlichen Mut. Denn die geforderte Leistungssteigerung – vor allem in puncto Einstellung und Charakter – war zumindest eine Halbzeit lang klar zu sehen.

„Wir hätten die Trendwende gerne etwas ausgeprägter gesehen, was zu einem anderen Ergebnis geführt hätte“, sagte Schalkes neuer Sportvorstand Jochen Schneider. „Wir müssen aus der Art und Weise, wie wir bis zum 1:2 gespielt haben, Kraft und Zuversicht schöpfen.“ Dabei gibt es tatsächlich einige Punkte, die Königsblau berechtigterweise Hoffnung geben können – und damit auch Trainer Domenico Tedesco, der (vorerst) im Amt bleibt.

- Charakter: Dass eine Steigerung nach den miserablen Auftritten in Mainz und gegen Düsseldorf nicht allzu schwierig war, wusste auch Tedesco. Aber in Sachen Einstellung war in Bremen eine Schalker Mannschaft zu sehen, die sich nicht aufgibt und auch nach zum Teil unnötigen Rückschlägen nicht hängen lässt und bis zur letzten Sekunde alles versucht. „Wir haben mit viel Wucht gespielt – so wie in der Vize-Meister-Saison“, erklärte Stürmer Guido Burgstaller: „Das müssen wir beibehalten.“ Tedesco meinte: „Wenn wir die guten 45 Minuten mit zwei multiplizieren und 90 daraus machen, gewinnst du auch wieder Spiele.“

- Die Mannschaft, die hinter dem Trainer steht: Tedesco hatte angekündigt, dass es im Abstiegskampf besonders auf den Charakter ankommt. Auf Leute, die sich für den Klub zerreißen. Und irgendwie auch für ihn. „Natürlich“, antwortete Burgstaller auf die Frage, ob die Leistung auch ein Zeichen für den Coach gewesen sei: „Es hat aber auch nie jemand etwas anderes behauptet.“ Tedesco selbst meinte: „Das habe ich nie bezweifelt. Aber die Mannschaft soll nicht für den Trainer spielen, sondern für den Verein und die Situation.“

Die, die das nicht beziehungsweise nicht in ausgeprägter Form tun, sortierte Tedesco für das Duell an der Weser in Person von Hamza Mendyl, Mark Uth und Amine Harit aus. Eine Entscheidung lediglich für dieses Spiel, wie er sagte. Er ergänzte aber vielsagend mit Blick auf die in Bremen zum Einsatz gekommenen Burgstaller, Steven Skrzybski, Breel Embolo oder Ahmed Kutucu: „Von der Power her war das gut, sie sind richtig marschiert.“

- Breel Embolo: Erstmals seit dem 11. November stand der Schweizer Nationalstürmer wieder in Schalkes Startelf – und war in Bremen einer der Besten in seinem Team. Nicht nur wegen seiner zwei Treffer. Der 22-Jährige verlieh dem Spiel der Königsblauen nach seiner Zwangspause wegen eines Mittelfußbruches wieder Wucht. Körperliche Präsenz. „Breel ist für mich wie ein Tier, wenn er auf dem Platz ist“, sagte Stambouli.

Der Einsatz von Embolo ist auch ein Zeichen dafür, dass sich die personelle Situation im Angriff wieder etwas entspannt. „Vorne haben wir mal wieder mit zwei richtigen Stürmern gespielt, das hat uns lange gefehlt“, sagte Tedesco.

Schalke am Boden: Auch in Bremen keine Punkte für S04

All das sind Punkte, die die Schalker zuversichtlich machen mit Blick auf das schwierige Bundesliga-Heimspiel am Samstag gegen RB Leipzig (15.30 Uhr). „Wenn ich den Glauben nicht hätte, gegen Leipzig zu punkten, würde ich gar nicht erst spielen“, sagte Stambouli entschlossen.

Allerdings wartet zuvor noch eine andere Pflicht auf die Schalker: das Achtelfinal-Rückspiel in der Königsklasse am Dienstag bei Manchester City (21 Uhr/bei uns im Live-TIcker), das aufgrund der 2:3-Heimniederlage im Hinspiel und der daraus resultierenden Minimal-Chance auf das Weiterkommen eigentlich zur Unzeit für Königsblau kommt. „Die Bundesliga hat in dieser Situation deutlich mehr Gewicht als die Champions League“, räumte Schneider ein. Weshalb Tedesco das Risiko minimieren wird und die Spieler, die er für den Abstiegskampf braucht, in England schonen wird. Und somit andere Kicker beweisen dürfen, wie viel sie für den Verein geben.

Quelle: wa.de

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