Schwedisches Möbelhaus hat Pläne

Ikea: Rettet diese neue Strategie die Innenstädte im Ruhrgebiet?

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Ikea in der Pariser Innenstadt

Viele Innenstädte im Ruhrgebiet verkümmern. Ladenleerstände häufen sich. Mit einer neuen Strategie könnte Ikea so manche City im Pott aber retten.

  • Die Innenstädte sind oft von Leerständen geplagt - viele Geschäfte schließen ihre Filialen.
  • Das Möbelhaus Ikea hingegen zieht es in die Städte.
  • Ikea plant in 30 Metropolen XS-Shops in der Innenstadt.

Dortmund - Ein Ausflug zu Ikea ist oft eben genau das - ein Ausflug. Die Möbelhäuser liegen meistens in abgelegenen Industriegebieten. Ohne Auto geht da oft nicht viel. 

Ikea: Ausflug zum Möbelhaus dauert oft einen ganzen Tag

Ist man bei Ikea angekommen, braucht es gefühlt einen halben Tag, bis das ganze Warenhaus durchquert, alles begutachtet und im Einkaufswagen gelandet ist. Und dann kommt das Warenlager - der Endgegner. Dort werden die großen Möbel zusammengesucht und auf einen weiteren Einkaufswagen gehievt. 

Hat man es dann geschafft, die 30 Meter lange Schlange an der Kasse zu überwinden, steht natürlich noch die Rückfahrt an - wenn man seine Möbel endlich in das viel zu kleine Auto irgendwie verstaut hat.

Ikea-XS-Shop in Berlin geplant - das ganze Sortiment in der Innenstadt

In den Großstädten könnte das Ikea-Drama bald vorbei sein. Wie der Business Insider berichtet, will die schwedische Möbelkette mehr Filialen in den Innenstädten eröffnen. Bald soll ein sogenannter XS-Shop in Berlin eröffnet werden - einen ähnlichen Shop gibt es schon in Paris, wie RUHR24.de* berichtet.

Der Business Insider hat Informationen, dass es sich dabei um ein kleines Einrichtungshaus in zentraler Lage mit 8000 bis 10.000 Quadratmeter Verkaufsfläche handeln soll. Dabei soll nahezu das gesamte Sortiment gezeigt werden, aber das Warenlager und der SB-Bereich fallen weg. Nur einige Artikel können vor Ort gekauft werden, andere können zwar ausgesucht und schon bezahlt werden, werden dann aber von Ikea nach Hause geliefert.

Ikea in der Innenstadt - auch andere Händler zieht es in die City

Es ist kein Wunder, dass Einzelhändler wie Ikea in die Innenstädte vorrücken wollen. Immer weniger Menschen haben ein Auto und der Großteil der Kundschaft wohnt in den Innenstädten. Der Trend würde sich laut Business Insider in Zukunft weiter verstärken. Gegenüber dem Magazin erklärt Ikea, dass solche XS-Filialen in 30 Metropolen geplant seien. Auch in Wien baut Ikea derzeit ein innovatives Gebäude. Am Westbahnhof entsteht ein siebengeschossiges Haus mit begrünter Fassade und einer grünen zugänglichen Dachterasse. 

Mit der Idee, in die Innenstädte zu ziehen ist Ikea nicht alleine. Bereits 2018 hat die Baumarktkette Toom einen kleinen Pop-up-Store in der Kölner und Frankfurter Innenstadt eröffnet. Dort konnten die Kunden dann reduzierte Waren einkaufen. Und auch die kleinen "Rewe to go"-Shops sind in immer mehr Innenstädten zu finden. Der Lebensmittelhändler bietet hier ein geschmälertes Sortiment an - oft auf die schnelle Mittagspause ausgerichtet. 

Video: Inbusschlüssel und Fleischbällchen - 60 Jahre Ikea

Vielleicht wäre das eine Chance für die Innenstädte, denn Geschäfte ziehen immer häufiger ab. So auch in Dortmund - immer mehr Geschäfte in der Fußgängerzone schließen. Zuletzt hat eine Esprit-Filiale am Westenhellweg geschlossen - das Ladengeschäft steht seit einem Jahr leer. Auch das Schuhgeschäft Roland hat die Schließung der Filiale am Westenhellweg angekündigt.

Das Leerstandskarusell dreht sich also weiter, bekannte Geschäfte wie Forever 21, Tom Tailer und Backyard haben die Innenstadt schon verlassen. Genügend Platz für Ikea würde es also auch in Dortmund geben. Ebenso in Städten wie Witten oder Mülheim. Dort hat jüngst die Modekette C&A angekündigt, Standorte zu schließen.

*RUHR24.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks

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